Seit Dezember leitet die Werbeagentur Comed die staatliche Informationskampagne rund ums Impfen und die sanitären Maßnahmen. Bis September soll sie das Staats- und das Gesundheitsministerium bei der Mobilisierung der Bevölkerung unterstützen. Doch es mangelt an Transparenz.

Vor Ostern erhielten alle 230.000 Luxemburger Haushalte ein Faltblatt, das über die Impfkampagne informiert. Dieses „toutes-boîtes“ gehört zum Auftrag, den das Staats- und das Gesundheitsministerium im Dezember an die Werbeagentur Comed vergaben. Das Unternehmen gehört zur Editpress-Gruppe. Als Dienstleister soll es die Regierung bei der Kommunikation rund um die sanitären Maßnahmen und das Impfen unterstützen. Zur Kampagne gehört etwa die Webseite „Ech loosse mech impfen“, für die Impfwillige sich fotografieren lassen, während sie ein „Check“-Zeichen mit der Hand machen.

Die Ausschreibung für diesen Auftrag wurde Ende Oktober 2020 veröffentlicht, der Vertrag wurde Mitte Dezember unterzeichnet. Doch erst am 31. März 2021 gab das Gesundheitsministerium im EU-Amtsblatt bekannt, dass das Unternehmen Comed unter den fünf Bewerbern den Zuschlag erhalten hatte. Laut dem Branchenportal „Adada.lu“ hatten sich ebenfalls die Agenturen ID+P, Concept Factory, Oxygen & Partners und Yuzer beworben. Die Kommunikation während der ersten Covid-Welle im Frühling gestaltete Depixit Sàrl (Neon Marketing). Die Kampagne rund um das „Large Scale Testing“ leitet dagegen „Arendt Business Advisory“.

Fehlende Transparenz

Zum Auftrag gehört, dass Comed einen Kommunikationsexperten und Generalkoordinator stellt. Dieser Person kommen sehr zentrale Aufgaben zu. Einerseits geht es darum, kohärente Botschaften im Kampf gegen die Pandemie zu formulieren und dabei schnell auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. Trotz dieser wesentlichen Rolle gibt es kein offizielles Organigramm, wer diese Aufgaben übernimmt …