Dreimal verschob Verkehrsminister François Bausch den Umstieg auf ein neues Testverfahren bei der Berechnung der Autosteuer. Im Parlament versuchten die Parteien jetzt bei der Abstimmung die zahlreichen Stolperfallen beim Thema zu umgehen. Doch das eigentliche Problem bleibt.

Ab dem 1. Januar 2021 gilt das neue Testverfahren WLTP bei der Berechnung der Autosteuer. Das Verfahren gibt realistischere Werte des Verbrauches und damit des CO2-Ausstoßes an als die alte Norm NEDC. Das Verkehrsministerium geht davon aus, dass die neuen Werte etwa 20 Prozent über den alten liegen. Das kann teuer werden: Für ein durchschnittliches Dieselauto wird statt bisher 102 nun 163 Euro an Autosteuern fällig.

Es handele sich jedoch um keine Steuererhöhung, erklärte Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng) am Mittwoch im Parlament. Es sei im Sinne des Verbraucherschutzes, dass Autokäufer künftig genauer den Verbrauch ihres Traumwagens kennen würden. Denn der alte NECD-Wert verstecke hohe Zusatzkosten, wenn ein Auto etwa acht Liter statt wie angegeben sechs Liter verbrauche. Ähnlich argumentierten die Vertreter der blau-rot-grünen Mehrheit Carlo Back (Déi Gréng) und Cécile Hemmen (LSAP).

Januar 2021 statt September 2019

Allerdings ist das Verbraucherschutz-Argument fadenscheinig. Autohändler müssen bereits seit Dezember 2019 den WLTP-Wert anzeigen. Es erklärt auch nicht, warum der zuständige Minister ursprünglich die Berechnung ab September 2019 umstellen wollte. Im Wahljahr 2018 wurde das Thema aber offensichtlich zu heiß, zumal die Autoverbände Druck machten …