Die NGO „Transparency International“ wertete in einer Studie die länderbezogenen Berichte von 39 Großbanken aus. Die Daten geben Einblicke, wie die Finanzinstitute versuchen, ihre Steuern zu optimieren. In Luxemburg zahlten sie in den vergangenen Jahren tendenziell weniger.

Banken spielten in der Debatte über Steuervermeidung bisher eine untergeordnete Rolle. In Luxemburg galt lange die Prämisse, dass sie vom Bankgeheimnis profitierten und im Gegenzug Steuern zahlten. Anders als die Holdings internationaler Konzerne beschäftigen die Banken viel Personal hierzulande.

Eine neue Studie von „Transparency International EU“ (TI) erlaubt nun einen differenzierten Blick auf die grenzüberschreitende Organisation von 39 europäischen Großbanken. Grundlage sind Daten aus dem „country-by-country reporting“, zu deren Veröffentlichung Banken verpflichtet sind.

31 der 39 Banken sind in Ländern präsent, in denen Unternehmen keine oder kaum Steuern zahlen müssen – wie etwa die Kaiman-Inseln. Elf Prozent der Gewinne der untersuchten Banken wurden so überhaupt nicht besteuert, lautet ein Ergebnis. 32 der 39 Banken haben Niederlassungen in Ländern wie Luxemburg, den Niederlanden, Irland oder Malta, die die Autoren der Studie als Niedrigsteuerländer bezeichnen.

Effektive Besteuerung sinkt

Die Studie findet zudem Hinweise, dass Banken Gewinne aus anderen Ländern nach Luxemburg verlagern. Mehrere Institute würden pro Mitarbeiter in Luxemburg deutlich mehr Gewinn machen als im Schnitt in der gesamten Konzernstruktur. Das Extrembeispiel ist die britische Großbank Barclays …