Ursprünglich sollte das „Large Scale Testing“ nur Stichproben der Bevölkerung testen. Doch seit Ende Juni kann jeder einen Testtermin buchen. Die Regierung nennt dies eine Anpassung der eigenen Kampagne. Doch an dem Strategiewechsel wird auch grundsätzliche Kritik laut.

Die eigentliche Idee des „Large Scale Testing“ war, Infektionsketten zu brechen, indem möglichst oft Menschen aus einem räumlichen oder sozialen Umfeld getestet wurden. Diese Strategie war auch recht erfolgreich, auch wenn die Beteiligung zu wünschen übrig ließ.

Im Kontext der fortschreitenden Impfkampagne und des Covid-Check-Regimes machte die Regierung Mitte Juni eine 180-Grad-Wende. Nicht mehr nur gezielte Stichproben sollen durchgeführt werden, sondern jeder kann sich testen lassen. Die Regierung will so Menschen, die noch nicht geimpft werden konnten, den Zugang zu einem Testzertifikat erleichtern.

Diese Vorgehensweise widerspricht allerdings den Zielen des „Large Scale Testing“, wie sie im Finanzierungsgesetz für die dritte Phase festgehalten wurden. In der damaligen Begründung heißt es, dass in der allgemeinen Bevölkerung nur Stichproben genommen werden sollen. Zudem hielt das Gesundheitsministerium als Ziel fest, die Wirksamkeit der Impfstoffe verfolgen zu können. Geimpfte sollten deshalb gezielt zum Testen eingeladen werden. Nun macht die Regierung aber das exakte Gegenteil …