Vor einem Jahr schloss Jeannot Waringo seinen Bericht über die Missstände am großherzoglichen Hof ab. Seitdem schreitet die Reform der Monarchie voran. In einigen Bereichen besteht allerdings weiterhin Klärungsbedarf – nicht zuletzt bei der Kommunikationsstrategie des Hofes.

Die Umsetzung der Empfehlungen sei ein „work in progress“, sagt Mars di Bartolomeo (LSAP). Mit der Schaffung der „Maison du Grand-Duc“ konnten bereits viele Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Demnach ist die Hofmarschallin für die Personalpolitik zuständig und das Einstellungsverfahren klar festgelegt. Auch hat sich das Arbeitsklima in der Belegschaft offenbar gebessert. Während einer Sitzung des Institutionsausschusses am Dienstag sagte Premierminister Xavier Bettel (DP), dass sich zumindest bis jetzt niemand bei ihm beschwert habe, heißt es von mehreren beteiligten Abgeordneten.

Allerdings konnte die Hofmarschallin noch nicht alle ausgeschriebenen Stellen besetzen. Unter anderem wird weiterhin nach einem oder einer Kommunikationsbeauftragten gesucht, erklärte Yuriko Backes bei „RTL Radio“ am Mittwoch. Wie die vergangenen Wochen erneut verdeutlichen, handelt es sich dabei um eine Schlüsselposition im Organigramm des Hofes.

Kommunikationspannen häufen sich

Vor allem ein Interview des großherzoglichen Paares mit der Zeitschrift „Paris Match“ sorgte erneut für Aufregung. Dort erklärte die Großherzogin in Bezug auf die aktuellen Reformen, dass es „eine Form der Frauenfeindlichkeit ist, die Frau des Großherzogs auslöschen zu wollen.“ Allerdings wurde das Interview entgegen der geltenden internen Regeln weder mit der Hofmarschallin noch mit dem Premierminister abgesprochen …