Mit höheren Zinszuschüssen will die Regierung junge Menschen auf dem Weg zum Eigenheim unterstützen. Doch die Maßnahme könnte die ohnehin kritische Privatverschuldung antreiben. Zudem verfehlt sie das Kernproblem der Luxemburger Wohnungspreiskrise.
Pünktlich zum Beginn der Sommerpause legte die Regierung noch einmal nach. Nachdem das erste Hilfspaket für den Immobilienmarkt im September vergangenen Jahres ausgelaufen war, sollte der sogenannte „Booster für den Wohnungsbau“ erneut für Schwung auf dem Markt sorgen. Schließlich schwächelte der Immobilienmarkt, allen voran der Neubau, seit Anfang des Jahres wieder, wie Reporter.lu bereits berichtete. Und während das erste Maßnahmenpaket vorrangig Investitionen in Immobilien steuerlich unterstützen sollte, steht nun eine neue Zielgruppe besonders im Fokus der Regierung: junge Erstkäufer.
Bei der Vorstellung des neuen Maßnahmenpakets Mitte Juli betonte Wohnungsbauminister Claude Meisch (DP): Besonders junge Menschen hätten es schwer, ein Immobiliendarlehen zu bekommen und sich eine eigene Wohnung zu leisten. Ein Grund dafür sind die seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stark gestiegenen Zinsen.
Genau dort will die Regierung junge Haushalte nun besonders entlasten. „Indem wir zudem die Zinszuschüsse aufstocken, unterstützen wir junge Menschen und junge Familien bei ihrem Vorhaben, Wohneigentum zu erwerben“, so Claude Meisch auf der Pressekonferenz am 17. Juli.
Eine gut gemeinte Maßnahme
Konkret sehen die Pläne der Regierung eine Erhöhung der Kreditobergrenze für Immobilienkäufer unter 35 Jahren von 200.000 auf 300.000 Euro vor. Durch diese Erhöhung steigt demnach auch die förderfähige Zinslast. In der Praxis rechnet die Regierung vor, dass ein Haushalt mit einem Kind und einem jährlichen Nettogehalt von 79.000 Euro durch die Subvention monatlich um 400 Euro erleichtert wird. Damit fällt die steuerliche Erleichterung um 100 Euro höher aus als bisher. Am 4. September hieß der Regierungsrat den entsprechenden Gesetzentwurf gut. In den kommenden Wochen wird sich also das Parlament damit befassen.
Households have one of the highest debt loads in Europe.“
Bericht des IWF über Luxemburg
Unproblematisch ist die gut gemeinte Maßnahme aber nicht. Denn einen Aspekt blenden die Zinssubventionen der Regierung aus: die hohe Verschuldungsquote der Haushalte sowie das strukturelle Risiko, das diese für die finanzielle Stabilität des Landes darstellen. Eine zusätzliche staatliche Subventionierung der Zinsen könnte diese Tendenz laut Experten jedenfalls weiter anheizen.
Genau diesen Aspekt der Immobilienkrise in Luxemburg betonen denn auch Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) seit mehreren Jahren …
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