Cannabis hat den Ruf, eine weiche Droge zu sein. Die Legalisierungspläne der Regierung sind in diesem Sinne folgerichtig. Doch der psychoaktive THC-Gehalt im Gras steigt seit Jahren. Die gesundheitlichen Risiken sind laut Experten aber umstritten. 

Das Ergebnis überrascht selbst den eingefleischten Experten. „Das Gras hatte einen THC-Gehalt von durchschnittlich 25 Prozent“, erzählt Jean-Nico Pierre. „Früher lag dieser Wert bei acht bis zehn Prozent.“ Pierre ist Leiter der Jugend- an Drogenhellef und hat täglich mit Cannabis-Konsum zu tun. Wie stark Gras mittlerweile tatsächlich ist, erstaunt ihn aber.

THC ist jenes Molekül im Gras, das psychoaktiv wirkt, also „high“ macht. Je mehr davon im Cannabis ist, desto intensiver der Effekt. Die beiden hochdosierten Proben, die von der Jugend- an Drogenhellef im Staatslaboratorium eingereicht worden sind, stammen von zwei Jugendlichen.

Gras ist demnach heute stärker denn je, wurde aber auch noch nie so viel konsumiert. Laut Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen kiffen weltweit rund 183 Millionen Menschen. Gras gilt als die am meisten konsumierte illegale Droge – international aber auch auf nationaler Ebene. Es wird zunehmend enttabusiert und legalisiert, hat immer noch den Ruf, lediglich eine weiche Droge zu sein. Der Umgang mit Gras wird immer offener – Gefahren gilt es laut Experten dennoch nicht kleinzureden.