Der „Film Fund Luxembourg“ soll reformiert werden. Nach viel Kritik am fragwürdigen Umgang mit Steuergeldern soll aus dem Fonds eine öffentliche Einrichtung unter vielen werden. Dabei werden auch dem Führungspersonal um Direktor Guy Daleiden mehr Regeln auferlegt.

Der „Film Fund Luxembourg“ macht bevorzugt von sich reden, wenn mal wieder Glanz und Glamour anstehen. Wie etwa kürzlich in Venedig, als das großherzogliche Paar zusammen mit Kulturminister Eric Thill (DP) über den roten Teppich der Biennale schritt, um die nominierten Luxemburger Koproduktionen zu unterstützen. Am Ende sollte es denn auch für zwei Preise reichen.

Nicht ganz so glanzvoll war die negative Presse, die es 2018 und 2019 über den Film Fund gab. Dabei ging es um Vorwürfe von Missmanagement, Interessenkonflikte und die sehr prominente Rolle von Guy Daleiden. Der DP-Politiker ist bereits seit 1999 Direktor des Film Fund, zwischendurch war er von 2006 bis 2013 Vizepräsident seiner Partei. Seine Rente wird er im Oktober 2028, also dann nach fast 30 Jahren auf dem gleichen Posten, antreten können.

Die Macht von Guy Daleiden innerhalb des Film Fund, der offiziell „Fonds National de Soutien à la Production audiovisuelle“ heißt, war immer wieder Gegenstand von Kritik. Unter anderem durch ein Audit aus dem Jahr 2018 und einen Spezialbericht des Rechnungshofs aus dem Jahre 2022.

Durch die Untersuchung des Rechnungshofs wurde unter anderem belegt, dass Guy Daleiden finanzielle Entscheidungen im Alleingang treffen konnte, dass Subventionen, die an die Filmproduktionsgesellschaften gingen, so gut wie nie zurückgezahlt wurden und dass der Film Fund es mit den Regeln der öffentlichen Ausschreibungen offenbar nicht allzu ernst nahm. Über das „Finanzgebaren des Film Fund“ hatte auch Reporter.lu zuvor schon in einer umfassenden Recherche berichtet.

Staatlich finanziertes Millionengeschäft

Einer der Hauptpunkte der Kritik: Durch eine lasche Gesetzgebung und ein „Gentlemen’s Agreement“ hielten die Millionen-Subventionen des Film Fund die großen Luxemburger Produzenten über Wasser. Der Kreis der profitierenden Unternehmen, deren Projekte mit Steuergeldern finanziert werden, war dabei viele Jahre lang sehr klein …

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