In unmittelbarer Nähe zu Luxemburg hat der Untergang der Kohle- und Stahl-Industrie in Lothringen zahllose Industriebrachen zurückgelassen. Die verantwortlichen Unternehmen gehen damit zum Teil fahrlässig um. Die Probleme für die Umwelt und die Gesundheit der Anwohner sind vielfältig.

Die Affäre um den Großbrand auf dem Gelände der Chemiefabrik Lubrizol im nordfranzösischen Rouen hat die Debatte um die Sicherheit französischer Industrieanlagen neu entfacht. In Frankreich gehört Grand-Est zu den Regionen mit der höchsten Dichte an sogenannten Seveso-Anlagen.

Rund die Hälfte der ostfranzösischen Betriebe der höchsten Gefährdungsstufe befinden sich im grenznahen Departement Moselle. Auch die Zahl der verseuchten Böden ist hier überproportional groß, genau wie die Zahl illegaler Mülldeponien. In der Serie „Schmutzige Nachbarschaft“ wird sich REPORTER dieser Problematik in den kommenden Wochen verstärkt widmen.

Von der einst stolzen Industrie-Region Lothringen sind nur einige wenige Großkonzerne geblieben, die wiederholt geltendes Umweltrecht missachten und teils fahrlässig die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aufs Spiel setzen. Insbesondere der Konzern ArcelorMittal, der in Florange die traditionsreichen Stahl-Hochöfen weiter betreibt, fiel zuletzt immer wieder durch Umweltvergehen und schwere Unfälle auf …