Vergangene Woche empfing Xavier Bettel den tschechischen Premierminister Andrej Babis. Gerade zu dem Zeitpunkt, als vor dem Luxemburger Gericht ein Fall verhandelt wird, in dem es für den tschechischen Staat um 500 Millionen Euro geht. Über eine Serie ungewöhnlicher Zufälle.

Xavier Bettel empfange „ohne Not dubiose und wegen krimineller Machenschaften angeklagte Regierungschefs mit allen Ehren“, kritisierte CSV-Präsident Frank Engel am Samstag auf dem Parteikongress. In diesem Fall ging es um die Visite von Andrej Babis, den Bettel vergangene Woche für zwei Tage im Großherzogtum empfing. Der tschechische Premierminister steht unter Verdacht, Subventionsbetrug mit EU-Geldern zugunsten eigener Unternehmen begangen zu haben.

Wieso Bettel Babis gerade jetzt nach Luxemburg einlud, geht aus der Pressemitteilung zur Visite nicht hervor. Tschechische Journalisten sind allerdings überzeugt, dass das Timing kein Zufall ist – und es bei dem Besuch vor allem darum ging, Interessen des tschechischen Staates in einem laufenden Gerichtsverfahren zu verteidigen.

Denn das Luxemburger Bezirksgericht befasst sich aktuell mit einem Rechtsstreit zwischen der Tschechischen Republik und dem medizinischen Unternehmen „Diag Human“. Bei dem Fall geht es vor allem um viel Geld: Über 500 Millionen schuldet der tschechische Staat der Firma, die sich auf die Herstellung und den Handel von Blutplasma spezialisiert.

Ein 30 Jahre alter Rechtsstreit

Der Premierminister Xavier Bettel bestreitet, dass dieser Fall beim Treffen der beiden Regierungschefs besprochen wurde. Trotzdem geht es für Babis um sehr viel: Der seit über 30 Jahren währende Rechtsstreit gilt in Tschechien als Staatsaffäre. In Luxemburg ist das Unternehmen fast am Ziel …