Seit 2016 müssen britische Unternehmen ihren wahren Eigentümer angeben. Doch manche Briefkastenfirmen erfinden einfach Personen. Das seit dieser Woche bestehende Luxemburger „Registre des bénéficiaires effectifs“ erlaubt keine solch offensichtlich falsche Angaben. Trotzdem bestehen Risiken.

London ist die weltweite Hauptstadt der Geldwäscher, da sind sich Experten sicher. Um dem Problem Herr zu werden, müssen britische Unternehmen angeben, wer die Gesellschaft kontrolliert. Das „Companies House“ veröffentlicht die Informationen dann auf einer für jeden Bürger zugänglichen Webseite. Das ist unpraktisch, wenn man inkognito schmutziges Geld in Großbritannien waschen möchte.

Und so machen tausende Firmen offensichtlich falsche Angaben. Der britische Autor Oliver Bullough fand im britischen Register etwa eine Gesellschaft, die ihren wahren Eigentümer Mr. Xxx Stalin nannten. Doch auch eine Miss Tracy Dean Xxx gibt es, berichtete er in seiner Anleitung zur Geldwäsche „in fünf einfachen Schritten“. Die NGO „Global Witness“ fand heraus, dass 4.000 „bénéficaires effectifs“ britischer Firmen Kleinkinder unter zwei Jahren sein sollen. Zudem tauchen fünf Personen auf, die 6.000 Firmen kontrollieren sollen.