Wer in Phadai ankommt, taucht in eine andere Welt ein. Das kleine laotische Dorf liegt abgelegen, weit entfernt von der Hauptstadt Vientiane und dem Touristenort Luang Prabang. Die Gewohnheiten dieser Menschen zu ändern, ist alles andere als einfach. Eine Reportage.

Geduscht wird entlang der rot-braunen Schlammstraße. Ohne Kabine, ohne Vorhang, ohne Privatsphäre. Nackt oder mit Tuch und Unterhose mitten in einem Dorf. Zwei Mütter stehen gerade mit ihren Kindern bei der Wasserpumpe, als die weißen SUVs der Luxemburger Delegation an ihnen vorbeifahren.

Der Weg in das abgelegene Dorf ist ein holpriger. Von der asphaltierten Straße kämpfen sich die Autos irgendwann über die glitschigen Schlammwege, die bis zum Ziel führen sollen. Es geht vorbei an Wäldern, Reisfeldern, Berglandschaften. Noch ist Regenzeit in Laos. Die Sonne drückt zwar an diesem Tag vom Himmel, doch der Regen hat in Form von Pfützen und Schlamm seine Spuren hinterlassen.

Ein Bild von Armut und Spärlichkeit

Entwicklungsministerin Paulette Lenert ist auf Arbeitsvisite in Laos und schaut sich eine ganze Reihe an Projekten an, die von Luxemburg unterstützt und finanziert werden. Sie macht auch Halt in Phadai, einem Dorf in der Provinz Bolikhamxay, das von großer Armut betroffen ist.

In Phadai angekommen werden die Gäste mit Hitze, Luftfeuchtigkeit und vielen Eindrücken begrüßt. Erst finden alle es heiß, später fast schon unerträglich. Auf eine offizielle Zeremonie mit Reden, Tänzen und einem Essen im örtlichen Versammlungsraum, folgt ein Rundgang durch das Dorf.

(Foto: Michèle Zahlen)

Die Hunde laufen durch die Straßen, es geht vorbei an kleinen Kindern, an ihren Eltern und an älteren Menschen, denen ihr Alter ins Gesicht geschrieben steht. Sie alle sitzen entweder im oder vor dem Haus und schauen sich an, was da gerade passiert. Wer da durch ihr Dorf marschiert. Dort, wo sonst so gut wie niemand von außerhalb hinkommt …