Der renommierte Anwalt Paul Mousel hat als Insolvenzverwalter knapp 42.700 Euro veruntreut. Zu diesem Schluss kam die „Cour d’appel“ am Dienstag und bestätigt damit teilweise das Urteil aus erster Instanz. Sie setzt die Strafe auf Bewährung aus. Ein weiterer Vorwurf ist verjährt.

Das Berufungsgericht kam in seinem Urteil vom 21. Juli zum gleichen Schluss wie die Richter der ersten Instanz: Der Anwalt Paul Mousel, Mitgründer der Kanzlei Arendt&Medernach, machte als Insolvenzverwalter zweier Rückversicherungsunternehmen einen gravierenden Fehler (REPORTER berichtete). 2002 schloss er in dieser Funktion einen Domizilierungsvertrag mit dem Dienstleister „Mercuria Services“ ab. Dafür habe keine Notwendigkeit bestanden und es sei nicht zum Vorteil der Unternehmen gewesen, schreiben die Richter.

Aufgrund des Vertrags flossen zwischen 2002 und 2008 insgesamt 42.692,63 Euro aus der Insolvenzmasse von „Ardenia“ und „Ardenia Underwriting Management“ an „Mercuria Services“. Das Problem: Paul Mousel war zu diesem Zeitpunkt neben anderen Partner von Arendt&Medernach einer der Aktionäre und im Verwaltungsrat von „Mercuria Services“. Aufgrund dieser Verbindung habe er persönlich zumindest indirekt von dem zu Unrecht abgeschlossenen Vertrag profitiert, so die Richter.

Damit sah das Berufungsgericht den Tatbestand der Veruntreuung („malversation“) erfüllt. Die Richter sprachen Paul Mousel in diesem Punkt schuldig, setzten die Strafe aber zur Bewährung für drei Jahre aus. Die Summe von knapp 42.700 Euro muss an die beiden insolventen Firmen zurückgezahlt werden …