Mit einem Meinungsbeitrag im „Luxemburger Wort“ mit dem Titel „Wie der Feminismus die Abtreibungsdebatte beherrscht“ hat der DP-Abgeordnete Gérard Schockmel am Wochenende für viele und auch heftige Reaktionen gesorgt. In den sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Politiker zu Wort, und das nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus Gérard Schockmels eigener Partei.
Hintergrund ist die Debatte darum, ob und in welcher Form das Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankert werden soll. Erst letzten Montag hatte sich der zuständige parlamentarische Ausschuss mit sehr großer Mehrheit auf eine Aufnahme ins Grundgesetz geeinigt – dies allerdings nicht als „Recht“, sondern als „Freiheit“ im Kapitel der „Libertés publiques“. Die Formulierung war ein Kompromiss, den auch die CSV und die DP mittragen wollen.
Dass der Mediziner Gérard Schockmel in dieser Debatte nicht auf der Linie der Mehrheit ist, das hatte er bereits vor drei Wochen im Interview mit „Radio 100,7“ erklärt. In seinem Gastbeitrag in der Wochenendausgabe des „Luxemburger Wort“ bekräftigt er jetzt nochmals seine Position, dass das Thema Abtreibung nicht in die Verfassung gehöre. Vor allem aber kritisiert er den „Feminismus in seiner hiesigen Ausprägung“ mit sehr scharfen Worten.
Dieser Feminismus sei „eine rücksichtslose Ideologie, welche die eine Hälfte der Bevölkerung (Frauen) gegen die andere Hälfte (Männer) aufwiegelt, unsere Gesellschaft polarisiert und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet“, so Gérard Schockmel. Es sei „ein Feminismus, der mit tiefem Hass und Intoleranz reagiert, wenn seine Forderungen infrage gestellt werden“ …
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