Im neuen Schuljahr werden in Luxemburg voraussichtlich 120.181 Kinder und Jugendliche den Unterricht besuchen. Das sind rund 2.200 mehr als im Vorjahr. 64.255 Kinder werden in der Grundschule die Schulbank drücken, 55.926 Jugendliche in den Lyzeen. Unterrichtet werden sie von 12.791 Lehrkräften, 6.616 im Grundschul- und 6.175 im Sekundarschulunterricht. 104.058 Schüler sind in einer öffentlichen Schule eingeschrieben, 16.123 in einer Privatschule.
Diese Zahlen hat das Bildungsministerium im Vorfeld der „Rentrée“ am 15. September veröffentlicht. Ressortminister Claude Meisch (DP) trat zudem am Donnerstag vor die Presse, um, wie jedes Jahr, einen Ausblick auf die Änderungen im neuen Schuljahr zu geben. Dabei kommentierte er aber auch die Resultate der jüngsten PISA-Studie, die den Luxemburger Schülerinnen und Schülern eine gesunkene Leistungsfähigkeit bescheinigten.
„Diese Ergebnisse gefallen mir nicht“, sagte der Bildungsminister, setzte die Resultate aber zugleich in den internationalen Kontext, weil in vielen Ländern vor allem ein Rückgang der Lesekompetenz festgestellt wurde. Claude Meisch bekundete allerdings auch den Willen, umgesetzte Reformen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. „Wenn Dinge zu revidieren sind, sind sie zu revidieren. Ich werde dazu beitragen und meine Verantwortung übernehmen“, so der Minister. 2026/2027 bezeichnete er als „ein Schuljahr der Gerechtigkeit“.
Claude Meisch zeigte sich nämlich überzeugt davon, dass das Projekt „Alpha“ sowie die Verlängerung der Schulpflicht von 16 auf 18 Jahre bereits Antworten auf die bei PISA festgestellten Schwächen seien. Die verlängerte Schulpflicht kommt in diesem Schuljahr erstmals zum Tragen. Und auch die Alpha-Reform greift nun insoweit, als jetzt die Eltern eines Schülers im Zyklus 1.2 erstmals wählen können, in welcher Sprache ihr Kind im Zyklus 2 Lesen, Schreiben und Rechnen lernt, traditionell auf Deutsch oder eben neu auf Französisch.
Das Französisch-Angebot wird aber auch im Sekundarschulunterricht erweitert. Ab dieser „Rentrée“ gibt es nämlich 34 französischsprachige 7e-Klassen in 17 Lyzeen: drei Klassen im „Enseignement classique“, 21 im „Enseignement général“, ehemals „technique“, und zehn in der „Voie de préparation“. Doch auch in Bezug auf die deutsche Sprache sind Neuerungen geplant, allerdings erst im Schuljahr 2027/2028. Dann nämlich sollen in drei klassischen Lyzeen zunächst Klassen auf der 4e-Stufe mit Deutsch als Unterrichtssprache angeboten werden. Im Sekundarschulunterricht nach nationalem Lehrplan sind übrigens aktuell 13.995 im „Classique“ eingeschrieben und 28.249 im „Général“.
Im neuen Schuljahr besuchen derweil mehr als 7.500 Schüler eine öffentliche internationale Schule, davon mehr als 5.300 den Sekundarschulunterricht. Eine weitere öffentliche Europaschule soll 2028 in Schifflingen öffnen, eine weitere ist im Westen des Landes geplant. Damit soll das Angebot in solchen Einrichtungen in den nächsten vier Jahren um rund 3.500 Plätze erhöht werden. (GS/PR)
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