Erhöhte Datensicherheit, ein neues Archiv und ein separater Webauftritt für Petitionen: Die Parlamentsverwaltung arbeitet zurzeit an mehreren Projekten, die ihre Arbeit in das 21. Jahrhundert bringen sollen. Auch beim Langzeitplan einer neuen Webseite soll ein Ende in Sicht sein.

Im Mai 2018 hatten Journalisten von „Radio 100,7“ auf Sicherheitslücken auf der Webseite des Luxemburger Parlaments aufmerksam gemacht. Durch die simple Veränderung von Weblinks konnten in einem gewöhnlichen Browser Tausende vertrauliche Dokumente abgerufen werden – darunter Berichte des Geheimdienstkontrollausschusses oder interne Daten der Personalabteilung der „Chamber“.

Mehrere Tage war die Seite daraufhin nicht mehr abrufbar. Erst eineinhalb Jahre später wurde die informatische Abteilung des Parlaments aufgestockt und eine verstärkte Kooperation mit externen Dienstleistern in Aussicht gestellt, wie der neue Parlamentspräsident Fernand Etgen (DP) bei „Radio 100,7“ erklärte. Die entsprechende Strategie wurde allerdings erst jetzt offiziell abgesegnet.

Ein Paradigmenwechsel mit langer Vorlaufzeit

„Es ist ein Paradigmenwechsel“, fasst der Generalsekretär des Parlaments, Laurent Scheeck, den neuen Plan zusammen. Bisher erstellt die IT-Abteilung des Parlaments hauseigene Lösungen, eine Kooperation mit den anderen Verwaltungen kommt nur selten zustande. Mit staatlichen Institutionen, wie etwa Ministerien zu kooperieren, sei als autonomes Parlament „eine interessante Problematik“, sagt Laurent Scheeck auf Nachfrage von Reporter.lu.

Das Argument ist nicht neu. Als die Sicherheitslücke im Mai 2018 auffiel, schlug der informatische Dienst des Staates Alarm. „GovCert“ wollte aushelfen, besaß aber keinen Zugriff auf die Informatik des Parlaments. Eine entsprechende Zusammenarbeit wurde zuvor aufgrund der Gewaltenteilung abgelehnt. Diese strikte Interpretation soll demnächst jedoch der Vergangenheit angehören.

Unter anderem finden Überlegungen statt, die Webseite des Parlaments über staatliche Server laufen zu lassen …