Ein überforderter Beamte, ein Minister der nicht zuhören wollte und ein teurer Satellit: Die Voraussetzungen für eine reibungslose Umsetzung des „LUXEOSys“-Projekts waren von Anfang an nicht gegeben. Trotzdem sollen die Zusatzkosten nun doch geringer ausfallen als befürchtet.

„Ich bin ausgebildeter Offizier, ich mache meinem Vorgesetzten lediglich Vorschläge und folge seinen Anweisungen“, sagt Geoffroy Beaudot während der Pressekonferenz von François Bausch (Déi Gréng) am Montag. Nachdem klar wurde, dass keine Kosteneinsparungen möglich wären, erhielt er im Juli 2018 die Anweisung das „LUXEOSys“-Projekt trotzdem weiter zu führen.

Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass der Budgetrahmen nicht eingehalten werden kann. Unter Etienne Schneider (LSAP) hoffte das Verteidigungsministerium noch, die Kosten durch den Verkauf von Satellitenfotos wieder aufzufangen. Dennoch sollte die Rechnung nicht aufgehen. Mehrere Bestandteile und Annahmen wurden vergessen oder stellten sich als nicht umsetzbar heraus, wie es aus dem Ministerium heute heißt.

Überstürzte Konzeptionsphase

„Eine Antenne in Luxemburg könnte zwischen 30 und 35 Bilder pro Tag herunterladen, während eine Station im Polarkreis bis zu 90 Bilder übertragen kann“, sagt Geoffroy Beaudot. Im ursprünglichen Projekt war allerdings nur der Bau von zwei Antennen in Luxemburg vorgesehen. Es veranschaulicht, wie mangelhaft die Planung durchgeführt wurde. Der zuständige Beamte war mit der Aufgabe schlicht überfordert. Damals war er allein für das Projekt zuständig und musste zusätzlich seinen anderen Aufgaben, wie zum Beispiel der Betreuung von „LuxGovSat“, gerecht werden …