Der großherzogliche Hof tut sich traditionell schwer mit der Transparenz bezüglich seiner Finanzen. Nur wenige Informationen sind öffentlich zugänglich. Fest steht: Der Hofstaat beschäftigt aktuell 95 Mitarbeiter. Der Staat finanziert demnach jeden Beschäftigten mit 85.000 Euro pro Jahr.

„Die von Ihnen angesprochene Transparenz existiert bereits in den bestehenden Texten und der Praxis“, lautet die Antwort von Hofmarschall Lucien Weiler auf die Frage, wie wichtig dem großherzoglichen Hof die Transparenz über die eigenen Finanzen sei. Genauer geht es um den transparenten Umgang mit jenen Mitteln, die der Hof jährlich vom Staat zur Verfügung gestellt bekommt.

Der Staatshaushalt von 2019 sieht für die „Maison du Grand-Duc“ insgesamt 11,126 Millionen Euro vor. Rund 8,1 Millionen Euro davon betreffen Personalkosten (6,6 Millionen für den Stab des Großherzogs, weitere 1,5 Millionen Euro für Mitarbeiter des früheren Staatsoberhaupts). Den Rest des Budgets machen Spesen für Reisen und sonstige Repräsentationszwecke des Staatschefs aus. Seit 2013 ist das Gesamtbudget des Großherzogs um knapp 18 Prozent von rund 9,4 Millionen auf über elf Millionen Euro angestiegen.

Welches Personal wird im Einzelnen vom Steuerzahler entlohnt? Diese Frage wollten weder der großherzogliche Hof noch das Staatsministerium auf Nachfrage von REPORTER beantworten. Allerdings nennt Hofmarschall Lucien Weiler in seiner Reaktion auf unsere Recherchen die Zahl von 95 Personen, die der Hof aktuell beschäftigt.

85.000 Euro Jahresgehalt pro Mitarbeiter

Legt man allein die rund 8,1 Millionen Euro zugrunde, die dem Hof 2019 laut Staatshaushalt für Personalkosten zur Verfügung gestellt werden, entspricht dies im Durchschnitt einem staatlich subventioniertem Jahresgehalt von knapp 85.000 Euro bzw. monatlich etwas mehr als 7.000 Euro brutto pro Mitarbeiter – wohlgemerkt quer durch alle Abteilungen und Karrieren.

Das tatsächliche Durchschnittsgehalt dürfte allerdings niedriger liegen, was unter anderem an der Tatsache liegt, dass mit dem Budget aus dem Staatshaushalt auch externe Berater und die immer wiederkehrenden Abfindungszahlungen für Entlassungen bezahlt werden. Wie REPORTER am Donnerstag berichtete, hat Staatsminister Xavier Bettel (DP) einen Sonderbeauftragten ernannt, der die Personalpolitik des Hofes untersuchen soll. Ein Grund dafür: In den vergangenen fünf Jahren kam es zu mehr als 30 Personalwechseln am großherzoglichen Hof – was knapp einem Drittel der gesamten Belegschaft entspricht.

Es gibt allerdings zumindest einen Posten am großherzoglichen Hof, bei dem der Verdienst öffentlich zugänglich ist. Laut Gesetz fällt nämlich der „Secrétaire du Grand-Duc“, dessen Funktion in der Regel vom Hofmarschall ausgeübt wird, in die übliche Gehaltstabelle des Öffentlichen Dienstes. Mit einem „Grad 18“ bzw. einem monatlichen Grundgehalt von bis zu 12.700 Euro spielt der Sekretär des Großherzogs finanziell in der gleichen Liga wie etwa der Direktor der Zentralbank Gaston Reinesch …