Was war los in der EU? Und was hat das alles mit Luxemburg zu tun? Charlotte Wirth blickt aus Brüssel auf die politischen und medialen Top-Themen der vergangenen Wochen zurück. Dieses Mal: Der Verkauf des Düdelinger Stahlwerkes und die EU-Migrationspolitik.

Der britische Konzern „Liberty House“ darf Stahl- und Walzwerke von „ArcelorMittal“ übernehmen – und damit auch das Galvanisierungswerk in Düdelingen. Das entschieden die EU-Wettbewerbsbehörden am 17. April. Weil ArcelorMittal seinerseits das italienische Werk Ilva übernehmen will, muss sich der Stahlkonzern von einigen seiner Werke trennen.

Die Übernahme durch Liberty House verlief allerdings nicht ohne Probleme. So hatten die Wettbewerbsbehörden einen Vorschlag von ArcelorMittal im Vorfeld scharf kritisiert: Der Luxemburger Stahlkonzern wollte Liberty House nämlich Geld leihen, um die Übernahme zu finanzieren. Zudem sollte ein Teil des Kaufpreises der ArcelorMittal-Werke von den Ergebnissen abhängig gemacht werden. Für das „Lëtzebuerger Land“ ist dies der „Gipfel der Ironie“. Schließlich habe Lakshmi Mittal Arcelor vor 13 Jahren ebenfalls mit Schulden finanziert. Mit diesen habe der Konzern bis heute zu kämpfen.

Erst nachdem ArcelorMittal einen neuen, „erheblich verbesserten“ Vorschlag vorlegte, konnte die EU-Kommission grünes Licht für den Deal zwischen den Stahlriesen geben, heißt es in einem Presseschreiben.

Luxemburgs Gewerkschaften stehen der Übernahme weiterhin kritisch gegenüber. Es gebe noch viele Unklarheiten und offene Fragen, sagte der OGBL-Zentralsekretär, Jean-Claude Bernardini dem „Journal“. Der LCGB wirft Liberty House in einem Schreiben ebenfalls mangelnde Transparenz vor und kritisiert die „unklaren finanziellen Ursprünge“ des britischen Stahlkonzerns. Zudem sei unklar, was Liberty House mit dem Düdelinger Werk vorhabe.