Die sogenannte „DAC 6“-Richtlinie verpflichtet Finanzdienstleister die Steuersparmodelle ihrer Kunden den Behörden zu melden. Doch die Prozedur erfordert Ressourcen, die aufgrund der Corona-Krise knapp sind. Europäische und nationale Verbände fordern einen Aufschub.

Zehn europäische Verbände der Finanzbranche fordern die Europäische Kommission auf, die Deadlines für das Offenlegen von Steuerkonstrukten von Juli 2020 auf 2021 zu verschieben. In einem Brief betonen die Branchenvertreter, dass zahlreiche Länder die entsprechende „DAC 6“-Richtlinie noch nicht umgesetzt hätten. Das Nachrichtenportal „Law360“ hatte den Inhalt offengelegt.

Außerdem behindere die Pandemie die Umsetzung durch Finanzunternehmen, heißt es im Schreiben: „Während der Krise sind die Ressourcen unserer Mitglieder ausgedünnt und deshalb sind sie nicht in der Lage, die nötigen Vorbereitungen zu machen“. Zahlreiche Mitarbeiter seien krank oder müssten sich um ihre Kinder kümmern und die IT-Abteilungen seien damit ausgelastet, den normalen Betrieb der Unternehmen aufrechtzuerhalten.

Finanzministerium wartet auf Brüssel