Die Europawahlen haben in Luxemburg so manchen nationalen Trend bestätigt und beschleunigt: Die CSV verliert ihre Vormachtstellung. Liberale und Grüne besetzen die neue Mitte. Die blau-rot-grüne Koalition kann ab sofort durchregieren. Eine Analyse.

Man stelle sich vor, die CSV wäre nicht mehr stärkste Partei im Land, sondern würde nahezu gleichauf mit DP und Déi Gréng liegen. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, ist nun schnöde Realität. Auch wenn es sich um eine Wahl zum Europäischen Parlament gehandelt hat, stellt das Resultat vom vergangenen Sonntag in mehrerer Hinsicht eine Zäsur für die luxemburgische Politik dar.

Dazu zählt offensichtlich die Zersplitterung der Parteienlandschaft. Man könnte es auch positiver als fortschreitenden Pluralismus beschreiben. Bei den Nationalwahlen schafften es sieben Parteien ins Parlament. Dieser Trend bestätigte sich auch bei der Europawahl. Das lange, von drei, dann vier bis fünf Parteien geprägte politische System hat sich neu aufgestellt. Bis auf Weiteres haben wir es mit drei Parteien (CSV, DP, Déi Gréng) zu tun, die sich um die ersten Plätze streiten und einer LSAP, der längerfristig ein Abstiegskampf mit ADR, Piraten und Déi Lénk droht …