Im Zwist zwischen der „Association des médecins et médecins-dentistes“ (AMMD), der „Caisse nationale de santé“ (CNS) und der Regierung scheint keine Lösung in Sicht. Die Fronten wirken auch nach der politischen Sommerpause verhärtet. Am Mittwoch traf sich Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) erstmals wieder mit Vertretern der Ärzteschaft, nachdem Mitte August das Schlichtungsverfahren um eine neue Konvention zwischen der AMMD und der Gesundheitskasse ohne Einigung geendet hatte. In Interviews stellten davor und danach beide Seiten nochmals ihre Positionen klar.

Den Anfang machte AMMD-Präsident Chris Roller. Bei „RTL“ rechtfertigte er am Mittwochmorgen erneut die Kündigung der CNS-Konvention. Die AMMD stört sich bekanntlich nicht an dem Abkommen an sich, sondern wollte mit der Kündigung den Druck auf die Regierung erhöhen. Sie kritisiert insbesondere die aus ihrer Sicht veraltete Tarifierung, die teilweise nicht mehr den tatsächlichen Kosten entspräche. Zudem wirft sie eben der Regierung vor, nicht die versprochenen Reformen umzusetzen.

Chris Roller kritisierte die Gesundheitsministerin auch nochmals dafür, aus Sicht der Ärzte die Krankenhäuser gegenüber den Arztpraxen zu bevorzugen. Viele kleinere Eingriffe könnten günstiger in Praxen durchgeführt werden, was Kosten senken und Wartezeiten verkürzen würde. Die Gespräche zwischen AMMD, Ministerium und CNS liefen zwar weiter, kämen Chris Roller zufolge aber nicht voran. Dass Martine Deprez und auch Premier Luc Frieden (CSV) stets Gesprächsbereitschaft signalisierten, bezeichnete er als „hypokritisch“ …