Internationale Großhändler verkaufen in Europa Masken und anderes Schutzmaterial von chinesischen Herstellern, die mutmaßlich auf Zwangsarbeit zurückgreifen. Uiguren werden gezwungen, in den Fabriken zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer internationalen Recherche.

In mehreren europäischen Ländern werden Masken und Schutzausrüstung gegen Covid-19 verkauft, die von uigurischen Arbeitern hergestellt werden. Manche der Produkte wurden an Regierungen und staatliche Krankenhäuser verkauft – vor allem in Skandinavien. Die Großhändler von medizinischem Material OneMed und McKesson arbeiteten, trotz Bekanntwerdens des Verdachts auf Zwangsarbeit, weiter mit zwei chinesischen Fabrikanten zusammen. Das ist das Ergebnis der Recherchen des „Organized Crime and Corruption Reporting Project“ (OCCRP) zusammen mit mehreren europäischen Medien.

Uiguren sind eine weitgehend muslimische ethnische Minorität in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. In einem staatlichen Programm für den Transfer von Arbeitskräften werden Zehntausende Uiguren in Fabriken in ganz China beschäftigt. Dieses Programm sei sehr anfällig für Zwangsarbeit, sagte ein Experte des OCCRP. Uigurische Arbeiter würden in getrennten Wohnblöcken leben, die bewacht würden. Sie würden zwar entlohnt, könnten aber ihre Arbeitsstätte nicht freiwillig verlassen …