Die Patientenvertretung befürchtet, dass die Heilungschancen einiger Patienten im Lockdown beeinträchtigt wurden, weil sie zu lange auf Krankenhaustermine warten mussten. Einige Patienten fühlten sich vernachlässigt und reichten Beschwerden ein. 

„Mäi Fall ass, dass ech trotz schwéierem Verdacht op Kriibs keen Rendezvous a kengem Spidol hei am Land kréien fir eng dringend Echographie a Scintigraphie kënne gemach ze kréien.“ Der Ton der E-Mail, die REPORTER vorliegt ist dringlich – zum Teil anprangernd. Es sind die Worte eines Patienten, der im April beim Gesundheitsministerium Beschwerde einreichte.

Der Absender, Felix P.*, spricht von einer „Zwei-Klassen-Medizin“: „Entweder et huet een Corona oder et gëtt een net traitéiert“. Nachdem Felix P. vor zwei Jahren den Kampf gegen Hautkrebs gewann, wurde bei ihm Ende März ein möglicher Tumormarker festgestellt, der auf Schilddrüsenkrebs hinweist. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Krebserkrankung handelt, verschrieb ihm sein Endokrinologe weitere Tests. Doch einen Termin im Krankenhaus erhielt er anfangs nicht.

Erst im August wurde das Diagnoseverfahren bei Felix P. fortgesetzt – und es gab Entwarnung. Doch Felix P. ist kein Einzelfall. Insgesamt gingen bei der „Patiente Vertriedung ASBL“ rund 20 Fälle ein, in denen Patienten eine ausbleibende Behandlung während der Covid-19-Krise beklagten und zum Teil eine akute Verschlechterung ihres Gesundheitszustands befürchteten …