Seit Anfang des Monats hat Luxemburg wieder einen Schriftstellerverband: „A:LL“. Die Motivation einer neuen Generation von Autoren und Autorinnen, aber auch kulturpolitische Dynamiken haben zu seiner Gründung geführt. Oberstes Ziel ist die weitere Professionalisierung des Sektors.

Kochbücher und vielleicht noch Reiseführer seien das Einzige, was sich auf dem Buchmarkt in Luxemburg verkaufen lasse. Diese immer wiederkehrende Äußerung ist sicher völlig überzogen, doch etwas ist an ihr dran: Von der Schriftstellerei zu leben, ist nicht leicht. Und besonders schwer ist es in Luxemburg.

Eine verhältnismäßig kleine Leserschaft, die Vielsprachigkeit oder auch die lange Zeit stiefmütterliche Behandlung der Luxemburger Literatur in den Schulen sind nur einige Gründe, warum die meisten Schriftsteller hier im Land einer zweiten, hauptberuflichen Tätigkeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele von ihnen sind Lehrer oder Unidozenten, manche auch Journalisten.

Übergeordnetes Ziel des neuen Schriftstellerverbandes „A:LL“ soll deshalb nun sein, die Situation für Menschen zu verbessern, die tatsächlich von ihrer Schriftstellerei leben möchten. Samuel Hamen, der Präsident des Vereins, ist sich durchaus bewusst, dass es bis dahin zumindest von einigen Ausnahmen abgesehen noch ein langer Weg ist.

Gemeinsame Ziele und Forderungen

Zunächst stehen deshalb Gespräche mit Partnern und Entscheidungsträgern auf dem Programm – mit dem Verlegerverband, mit der neu gegründeten Agentur Kultur:LX, mit „Reading Luxemburg“ oder auch direkt mit dem Kulturministerium. In einer zweiten Phase sollen dann in Arbeitsgruppen Problemfelder und Lösungsansätze erarbeitet werden, um sie in den politischen Diskurs mit einfließen zu lassen …