Seit Beginn ihrer Amtszeit nominierten die Koalitionsparteien dutzende politische Beamte. Nun wollen sie ihre Macht in den Ministerien weiter konsolidieren. Bei den rezenten Entscheidungen fällt zudem auf, welche Mandate nicht verlängert wurden.
Mit einem Regierungswechsel geht immer auch ein Wechsel auf den Topposten beim Staat einher. Seit dem Amtsantritt der CSV-DP-Regierung im November 2023 wurden so etwa 46 neue politische Beamte ernannt. Das entspricht gut einem Drittel aller derzeitigen politischen Beamten in den Ministerien. Die Mandate von weiteren elf wurden derweil unter der neuen Koalition verlängert. Seit Sommer vergangenen Jahres wurde es dann allerdings ruhig in den Chefetagen der Ministerien – bis Ende April.
Am 30. April 2026 wurden nämlich an einem einzigen Tag gleich sieben der neuen Nominierungen veröffentlicht. Vor allem Wohnungsbauminister Claude Meisch (DP) beförderte dabei fleißig Beamte. Dabei hätten andere Ministerien womöglich einen besseren Anlass gehabt. Etwa Sportministerin Martine Hansen (CSV), die im Dezember 2025 von Georges Mischo (CSV) nicht nur das Sportressort in der Regierung geerbt hatte, sondern auch die Aufarbeitung der Sportmuseum-Affäre, wegen der ihr Vorgänger letztlich zurückgetreten war.
Georges Mischo hatte wenige Wochen nach seinem Rücktritt in einem Interview bei „RTL“ die Meinung vertreten, dass seine Beamten ihn in diesem Dossier hätten schützen müssen. Auch wenn er später zurückruderte, stellte sich dennoch die Fragen, ob die betreffenden Beamten mit Konsequenzen rechnen mussten. Die Antwort lautet bisher nein.
Minister- aber kaum Beamtenwechsel
Sowohl François Knaff (Premier Conseiller de Gouvernement) als auch Charles Stelmes (Direktor des Sportinstituts) sind weiterhin Teil des Kabinetts von Martine Hansen. Dabei war vor allem François Knaff in die Kritik geraten, weil er vor den Abgeordneten des Haushaltskontrollausschusses deutliche Erinnerungslücken im Dossier Sportmuseum offenbarte. So konnte er etwa die Frage nicht beantworten, wessen Idee es war, das Museum zuerst in Form eines Kongresszentrums zu gestalten, um so nur für einen geringen Teil der Arbeiten eine öffentliche Ausschreibung vorzunehmen.
Änderungen im Kabinett nahm Martine Hansen aber dennoch vor. Der Posten des Sportkommissars, der während fünf Jahren unbesetzt blieb, wird von nun an vom ehemaligen Sportlehrer Yves Picard übernommen. Zudem holte sie sich mit Carole Winandy auch eine Juristin ins Sportministerium …
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen!

