Der „Film Fund Luxemburg“ kann in den kommenden vier Jahren über bis zu 180 Millionen Euro verfügen. Das entsprechende Finanzierungsgesetz wurde letzte Woche mit großer Mehrheit im Parlament verabschiedet. Damit soll dem Fonds, der in der Vergangenheit für einige Negativschlagzeilen gesorgt hatte, eine größere Planungssicherheit ermöglicht werden. Er soll aber auch seine Reserven abbauen. Reporter.lu hatte wiederholt über die Missstände beim Fonds berichtet.

Durch den jetzt verabschiedeten Gesetzentwurf sollen zum einen audiovisuelle Produktionen stärker gefördert werden, was auch Videospielproduktionen zugutekommen soll. Zum anderen wird damit aber auch der Feststellung des Rechnungshofs aus einem Spezialbericht zum Filmfonds aus dem Jahr 2022 Rechnung getragen. In diesem hatten die Prüfer mehrmals darauf hingewiesen, dass das Guthaben auf den Konten des Fonds immer weiter ansteige. Ende Oktober dieses Jahres belief es sich auf rund 97 Millionen Euro.

Künftig sollen diese Reserven in die Produktionen fließen und so progressiv abgebaut werden. Das Finanzierungsgesetz sieht nämlich eine jährliche staatliche Unterstützung in Höhe von 30 Millionen Euro vor, der Fonds soll aber zusätzlich Gelder in Produktionen investieren können. Dazu soll er seine Reserven „anzapfen“, wie es der Berichterstatter des Entwurfs, André Bauler (DP), im Parlament formulierte. Dies allerdings immer im finanziellen Rahmen von maximal 180 Millionen Euro, den das Gesetz vorgibt. Der Entwurf wurde letztlich von allen Parteien mitgetragen. Nur die Piraten stimmten dagegen.

Bereits im Juli dieses Jahres hatte das Parlament einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Fonds sowie seine Funktionsweise reformierte und aus ihm ein „Etablissement public“ machte. Sein Direktor heißt aber auch weiterhin Guy Daleiden – bis zu seinem Rentenantritt 2028. Die Entscheidungsgewalt und das Management des DP-Politikers waren in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand von Kritik. Unter anderem nach einem Audit im Jahr 2018 und eben dem Spezialbericht des Rechnungshofs anno 2022. Wie Reporter.lu berichtete, traf Guy Daleiden finanzielle Entscheidungen im Alleingang, finanzierte häufige Restaurantbesuche und Dienstreisen mit Steuergeldern und tolerierte Verstöße gegen die Regeln der öffentlichen Ausschreibungen. (LD)


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