Pünktlich zum ersten Tag der „Tripartie“-Verhandlungen hat die Statistikbehörde „Statec“ am Dienstag ihre neue „Note de conjoncture“ veröffentlicht. Die Prognosen sind geprägt von der Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage, dominiert vom Krieg im Iran. Wie sich das Wirtschaftswachstum, die Inflation, die Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit in Luxemburg entwickeln werden, hängt demnach weiterhin davon ab, wie lange der Konflikt im Nahen Osten anhält und die Meeresenge von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt bleibt.
Die neuen Prognosen liegen damit in einer Linie mit den Zahlen, die das Statec Mitte Mai den Tripartite-Teilnehmern vorgelegt hatte. Und diese Prognosen sind nicht rosig. In ihrem zentralen Szenario, das von einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus noch im Juni ausgeht, prognostizieren die Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2026 um 1,2 Prozent und 2027 um 1,9 Prozent wächst. Im ungünstigeren Szenario, in dem die Meeresenge weitere drei Monate geschlossen bleibt, könnte das BIP 2026 hingegen sogar zurückgehen (minus 1,1 Prozent), um dann 2027 wieder um 1,8 Prozent zu steigen. Zur Einordnung: In Vorkrisenjahren belief sich das Wachstum in Luxemburg stets auf rund drei Prozent. Und bereits im Dezember und im Juni 2025 hatten die Statistiker ihre Wachstumsprognosen jeweils nach unten revidiert.
Die Inflation ihrerseits könnte sich den neuen Prognosen zufolge im besten Fall 2026 auf 2,5 Prozent und 2027 auf 1,7 Prozent belaufen – so zumindest das zentrale Szenario des Statec, in dem die Energieinflation 2026 zwar deutlich ansteigen, 2027 aber wieder zurückgehen würde, wenn sich die Energiepreise wieder normalisieren, die Lebensmittelpreise jedoch weiter zunehmen würden. Das könnte nach der Indextranche jetzt im Juni eine weitere im zweiten Quartal 2027 zur Folge haben. Sollte der Konflikt im Nahen Osten hingegen anhalten, könnte die Inflation 2026 sogar auf 4,0 Prozent und 2027 auf 2,4 Prozent steigen …
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