Im Vorfeld der „Tripartite“-Verhandlungen Anfang Juni saßen am Dienstag erstmals seit Langem wieder alle Sozialpartner beisammen. Die Regierung hatte die Gewerkschaften OGBL, LCGB, CGFP sowie die „Union des entreprises luxembourgeoises“ (UEL) für eine gemeinsame Bestandsaufnahme ins Konferenzzentrum in Kirchberg eingeladen. Der Direktor des „Statec“, Tom Haas, und der Regierungskommissar für Energie, Simeon Hagspiel, legten ihnen dabei Zahlen und Szenarien darüber vor, wie sich die durch den Krieg im Iran ausgelöste Energiekrise in nächster Zeit auf Luxemburg auswirken könnte.

Aus den Dokumenten, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, wird nochmals deutlich: Wie sich die Situation entwickelt, hängt davon ab, wie lange die Straße von Hormus blockiert bleibt. Das Statec hat dazu zwei Szenarien ausgearbeitet. Bei einer vergleichsweise kurzen Blockade der Meeresenge, die noch jetzt im Mai ihr Ende findet, gehen die Statistiker davon aus, dass der Ölpreis um 31 Prozent und der Gaspreis um 27 Prozent steigen. Wenn die Blockade aber bis September aufrechterhalten wird, rechnen sie mit Preisanstiegen von 81 Prozent beim Erdöl und 89 Prozent beim Gas.

Bei einer sechs Monate anhaltenden Blockade könnten die Literpreise für Benzin und Diesel an den Tankstellen in Luxemburg im Sommer auf über zwei Euro ansteigen …