In Esch schwelt ein Konflikt über die Transparenz bei der Kulturfinanzierung. Neue Dokumente des Vereins „FrEsch“ zeigen: Die auf den Kulturschöffen Pim Knaff maßgeschneiderte Struktur ist geprägt von erstaunlichen Ausgaben und abenteuerlicher Finanzplanung.
An Ehrgeiz mangelt es in der Escher Kulturpolitik nicht. Nachdem die Minettemetropole 2022 europäische Kulturhauptstadt war, ist es der Wille der politischen Verantwortlichen, die Stadt als Leuchtturm der Kultur in Luxemburg und über die Grenzen hinaus zu etablieren. So steht es unter anderem im kommunalen Kulturentwicklungsplan „Connexions II“, der die kulturellen Ziele der Gemeinde bis 2027 definiert.
Den Kulturentwicklungsplan umsetzen sollen jedoch nicht die Dienste der Stadt Esch, sondern der Verein „FrEsch asbl“. Mit diesem Ziel wurde der Verein 2020 gegründet. Präsident ist der Kulturschöffe Pim Knaff (DP), der kürzlich wegen schwerer Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Die anderen Mitglieder des Verwaltungsrates sind entweder Gemeindebeamte des „Service Culturel“ der Stadt Esch oder Mitglieder einer der im Gemeinderat vertretenen Parteien.
Warum ein Verein die kulturpolitischen Geschicke der zweitgrößten Stadt des Landes leiten soll, erklärte Pim Knaff bisher immer damit, dass es 2020 darum ging, Subventionen der „Oeuvre Grande-Duchesse Charlotte“ zu erhalten. Diese werden statutenmäßig nicht an Gemeinden, sondern nur an Vereine vergeben.
Was an sich als Notlösung gedacht war, um das „Bâtiment 4“ als „Tiers lieu culturel“ zu betreiben, hat sich inzwischen in einen bürokratischen Wasserkopf verwandelt, der schwer durchschaubar ist.
Minimale Transparenz
Ein Dossier, das Reporter.lu exklusiv vorliegt, gibt Einblicke in das undurchsichtige Geflecht um FrEsch. Eines vorweg: Das Millionenbudget steht teilweise auf sehr wackeligen Füßen. In der Buchhaltung tauchen hohe Ausgaben auf, deren Zweck unklar ist. Die Einnahmen werden systematisch überschätzt.
Es ist inakzeptabel, dass diese Daten für die Escher Gewählten nicht zugänglich sind, zumal es um Millionen Euro geht.“Steve Faltz (LSAP)
Die Opposition im Escher Gemeinderat, allen voran die LSAP und Déi Lénk, fordert seit Langem Einsicht in die Konten von FrEsch – dem kulturellen Verein, der bei Weitem die meisten kommunalen Zuwendungen erhält. Die 2024 auf 4,5 Millionen Euro angehobenen Subventionen sorgten für hitzige Diskussionen im Escher Gemeinderat …
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