Das Sportmuseum ist vom Tisch und Georges Mischo nicht mehr Minister. Neue Dokumente zeigen jedoch, warum das Projekt schon viel früher zum Scheitern verurteilt war. Über fragwürdige Baupläne, lästige Prozeduren und „Deals“ auf Kosten der Steuerzahler.

„Also ich habe ihn als sympathischen, transparenten, ehrlichen Mann kennengelernt, der von Anfang an sehr eng mit uns zusammengearbeitet hat.“ Das sagte Georges Mischo (CSV), damals Bürgermeister von Esch/Alzette, am 30. April 2021 über den Bauunternehmer Éric Lux. An diesem Tag nahmen die Koalitionsparteien CSV, DP und Déi Gréng im Gemeinderat den „PAP nouveau quartier“ für die Industriebrache „Rout Lëns“ an. Die LSAP enthielt sich, Déi Lénk stimmten dagegen. Zu dem Zeitpunkt war von einem Sportmuseum auf dem Areal noch keine Rede.

Wenige Jahre später hob Georges Mischo, mittlerweile Minister, die „enge Zusammenarbeit“ mit Éric Lux auf eine neue Ebene. Die Folgen sind inzwischen bekannt: Der 51-Jährige ist nicht mehr Mitglied der Regierung. Anfang Dezember trat er von seinen Ämtern als Arbeits- und Sportminister zurück, nachdem sein „heikles Prestigeprojekt“ eines nationalen Sportmuseums, und besonders sein zweifelhafter Deal mit besagtem „sympathischen, transparenten, ehrlichen Mann“, zum Konflikt innerhalb der Regierung geführt hatte.

Ein holpriger Start

Doch die Geschichte eines Sportmuseums in Esch reicht weiter zurück. Sie liest sich wie ein einziger Versuch, geltendes Recht zumindest zu umgehen. Ihren Anfang nahm sie in Esch noch in der rot-grünen Koalition unter Bürgermeisterin Vera Spautz (LSAP), die als eine ihrer letzten Amtshandlungen im August 2017 eine Vereinbarung mit dem Immobilienunternehmen „Tracol“ unterzeichnete. Der Deal sah einen Tausch von Grundstücken vor. Im Rahmen der Vereinbarung sollten zudem auf einem Gelände in Esch-Lankelz Wohnungen und eine Sporthalle entstehen.

Wie sich herausstellte, hatte die Gemeinde dabei hoch gepokert. Das Projekt musste schließlich aufgegeben werden. Ein noch riskanteres Pokerspiel ging dann Georges Mischo ein. Wie sich heute herausstellt: Seine Regierungskollegen wussten über seine fragwürdige Vorgehensweise offenbar noch weniger Bescheid als bisher angenommen …