Elternzeit für Politiker? Ein legaler Rahmen wird in Luxemburg momentan heiß diskutiert. Dabei bräuchte es den gar nicht. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass die Vereinbarung von Politik und Familie auch ohne neue Regeln möglich ist. Ein Kommentar.

Politik ist kein Beruf. Es ist ein Amt auf Zeit. Es ist eine bewusste Entscheidung, sich für die Interessen der Bürger einzusetzen.

Ein Mandat lässt sich deshalb nicht gleichsetzen mit dem Job eines Lehrers, Bäckers oder Bankers. Einen Beruf übt man aus, um sich sein Leben zu finanzieren. Abgeordnete hingegen werden von den Wählern beauftragt. Sie sind keine Angestellten, sondern bekommen die Aufgabe, die Bürger im Parlament zu vertreten.

Durch die Forderung nach Elternzeit für Politiker werden politisches Amt und Beruf miteinander vermischt. Konkret geht es um die Frage, warum es keinen legalen Rahmen für Frauen gibt, die während ihrer Amtszeit schwanger werden. Soweit, so richtig.