Während bei Europäern lange eher eine Spar-Mentalität herrschte, leihen Konsumenten in den USA gerne Geld, um es sofort wieder auszugeben. Es ist aber nicht nur eine Frage der Kultur. Das Phänomen des Lebens mit geliehenem Geld breitet sich heute immer mehr in Europa aus.

Mehrere Kreditkarten ohne Limit, ein oder zwei Kredite bei Banken – in den USA lebt der Konsument gerne auf Pump. Auch, weil die Banken in den USA aggressiv damit werben, sich besser heute als morgen alle Wünsche zu erfüllen. Es ist eine Einladung zum Konsum, die einen geschichtlichen Hintergrund hat. Wie der amerikanische Professor Sheldon Garon schreibt, ist Sparen eher ein europäisches als ein amerikanisches Phänomen.

Die USA gingen als Sieger des Zweiten Weltkrieges hervor und Politiker, Geschäftsleute oder Gewerkschafter priesen nach den Kriegsjahren Konsum als neuen Hebel für wirtschaftliches Wachstum an. In den USA wurde Geld demnach gerne ausgegeben. Wer keines hatte, konnte es sich ausleihen. Anders in Europa: Vom Krieg gebeutelt, wurden die Menschen dort eher zum Sparen angehalten …