Es war eine außergewöhnliche Situation: Am letzten Freitag fand die internationale Spenderkonferenz für die Demokratische Republik Kongo statt – allerdings ohne die kongolesische Regierung. Die Vereinten Nationen sprechen dennoch von einem Erfolg.

528 Millionen US Dollar, also umgerechnet rund 427 Millionen Euro wurden am vergangenen Freitag für die Demokratische Republik Kongo gesammelt. Denn dort ist die humanitäre Notlage so schlimm, dass über 13,1 Millionen Menschen dringende Hilfe benötigen. Die Zahl der Binnenvertriebenen und Flüchtlinge ist eine der höchsten auf der Welt.

Doch genau diese Zahlen fechtet Kinshasa an. Wie REPORTER berichtete, sprach sich die kongolesische Regierung im Vorfeld gegen die Konferenz aus und kündigte an, auf eine Teilnahme zu verzichten. Die Begründung: Die Lage in der demokratischen Republik sei gar nicht so schlimm und die internationale Gemeinschaft würde bloß übertreiben.

Tatsache ist einfach, dass unglaublich viele Menschen Hilfe benötigen.“UN-Sprecher

Bis zuletzt hoffte man im Westen darauf, dass es sich Kabila anders überlegen würde. Außenminister Jean Asselborn wollte sich vor einer Woche noch nicht festlegen: „Es kann ja sein, dass sie doch noch kommen“, argumentierte er gegenüber REPORTER. Doch in Kinshasa blieb man bei der ablehnenden Haltung: Die Regierung schickte keinen Vertreter nach Genf.

Hilfsgelder decken Budget nur zu einem Drittel

Mit dem Ergebnis gibt sich die UN dennoch zufrieden: 22 Akteure haben weitere Gelder für den Kongo mobilisiert, allen voran Großbritannien und die Europäische Kommission. Auch Luxemburg hat sich mit 1,5 Millionen Euro verpflichtet, wobei diese Summe bereits Anfangs des Jahres festgesetzt wurde. Mit den gesammelten Geldern ist jedoch nicht einmal Drittel des Budgets gedeckt, das der UN-Aktionsplan für humanitäre Hilfe vorsieht.