In Luxemburg herrscht nicht nur eine Wohnungskrise – es gibt auch die Büro-Not. Vor allem in der Hauptstadt sind freie Flächen Mangelware. Für kleine Firmen gibt es deshalb oft nur eine Alternative: raus aus der Stadt und rein in die Dörfer.

In den Dörfern schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Immobilienagenturen, Versicherungen, Treuhandgesellschaften ersetzen regelmäßig Bäckereien, Metzgereien, Friseurläden oder werden vom Privatwohnsitz aus geführt. Dort, wo früher vielleicht noch ein klassischer Laden war, kann sich heute eine Firma befinden.

Das ändert den Dorfcharakter. Doch dass sich Firmen in kleinen Ortschaften niederlassen, hat eine Ursache. Im Zentrum finden Freischaffende oder kleine und mittelständische Betriebe selten Platz. Sie haben ein kleines Budget, wenige Mitarbeiter und brauchen keine großen Räume. Der Ballungsraum um Luxemburg-Stadt bietet oder fordert aber genau das Gegenteil: große Flächen zu hohen Preisen. Dafür in bester Lage.

Im Zentrum nur Platz für die „Großen“

Es hört sich ähnlich an, wie beim Wohnungsmarkt. Die Leidtragenden sind auch hier vor allem die Jungen und die mit kleinem Budget. Dabei ziehen die Immobilienfirmen seit Jahren positive Bilanzen. „Es läuft sehr gut“, sagt Julien Pillot von Inowai im Gespräch mit REPORTER …