In Diekirch liegt das Projekt einer neuen Kindertagesstätte auf Eis. Der Grund: Dem Bauträger fehlen die nötigen Genehmigungen – sowohl vom Umweltministerium als auch von der Denkmalschutzbehörde. Mittlerweile befasst sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall.

Eigentlich sollte im altehrwürdigen „Pensionnat Notre-Dame de Lourdes“ in Diekirch bald eine neue Maison Relais entstehen. Doch die seit einigen Wochen andauernden Umbauarbeiten am denkmalgeschützten Gebäude wurden gestoppt. Die nationale Denkmalschutzbehörde „Sites et Monuments“ hat wegen Unregelmäßigkeiten die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Der Hintergrund: Das Projekt der neuen Kindertagesstätte sorgt seit geraumer Zeit für Diskussionen in Diekirch. REPORTER berichtete bereits im Oktober über den „Millionendeal“ zwischen der Gemeinde und einem Bauträger, der gleich nebenan auch eine private Seniorenresidenz plant.

Vor allem das Projekt der Maison Relais steht mittlerweile auf der Kippe. Bereits die Ausschreibung der Gemeinde für das Projekt enthielt mehrere Formfehler. Wie das „Luxemburger Wort“ am Mittwoch berichtete, haben Arbeiter mittlerweile die historische Eingangstreppe des Gebäudes unrechtmäßig abgerissen. Laut dem Leiter des „Sites et Monuments“, Patrick Sanavia, ließ die Kooperation des Bauträgers mit seiner Behörde von Anfang an zu wünschen übrig.

Denkmalschutz mutmaßlich missachtet

„Wir hatten vor zwei bis drei Jahren Kontakt, als die Firma uns erste, knappe Baupläne vorgelegt hat. Danach haben wir nichts mehr gehört und waren deshalb umso erstaunter, als die Arbeiten dieses Jahr gestartet sind“, sagt Patrick Sanavia im Gespräch mit REPORTER. Vor zwei Jahren habe man in einem Schreiben sogar noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man im Fall einer Sanierung unbedingt einbezogen werden müsse. Der Bauträger „MR Diekirch“ meldete sich aber nicht mehr.

Wenn uns etwas illegal scheint, müssen wir das melden. Nun ist es an der Staatsanwaltschaft, zu entscheiden, wie es weitergeht.“Patrick Sanavia, Leiter des „Sites et Monuments“

Mittlerweile sei man aber mit den Verantwortlichen in Kontakt, so Patrick Sanavia weiter. Er hoffe, dass sich die Lage nach „dem holprigen Start“ nun beruhige. Dennoch habe seine Behörde den Fall bei der Justiz angezeigt. „Wenn uns etwas illegal scheint, müssen wir das melden. Nun ist es an der Staatsanwaltschaft, zu entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Patrick Sanavia. Bis auf Weiteres dürften aber keine größeren Bauarbeiten am Gebäude mehr vorgenommen werden.

Das Umweltministerium schaltet sich ein

Doch seit dem Beginn der Umbauarbeiten setzte sich der Bauträger nicht nur über Regeln des Denkmalschutzes, sondern auch über diverse Umweltauflagen hinweg. Letzteres geht aus einem Brief des Umweltministeriums an den verantwortlichen Immobilienunternehmer Pierre Weydert hervor, der REPORTER vorliegt. Dort begründet das Ministerium im Detail, warum es einer Genehmigung der Bauarbeiten an der Maison Relais, aber auch an der nebenan entstehenden Seniorenresidenz, nicht stattgeben kann …