Cannabis kommt. Die Regierung arbeitet an der Umsetzung und will bis Herbst ein fertiges Konzept ausarbeiten. Bis ein neues Gesetz kommt, kann es noch dauern – Inspiration aus Kanada gibt es aber bereits. Ein Überblick. 

Lieber auf Nummer sicher gehen. Oder: Erst schauen, wie es bei den anderen läuft. Das ist die Devise der luxemburgischen Regierung beim Thema Cannabis-Legalisierung. Wie es in Kanada funktioniert, konnten sich Justizminister Felix Braz und Gesundheitsminister Etienne Schneider Mitte Mai vor Ort anschauen. Dort wurde Cannabis im Oktober 2018 legalisiert. Kanada ist nach Uruguay erst das zweite Land weltweit, das diesen Schritt geht. Luxemburg will es ihnen jetzt nachmachen.

Der Besuch in Kanada scheint Früchte getragen zu haben. Braz und Schneider wollen sich am dortigen Modell inspirieren, ohne aber ein „Copy-Paste“ der Gesetzgebung zu machen, wie der Justizminister betont. Das Ziel des Regierungsprojektes: Cannabis legalisieren und den Schwarzmarkt möglichst eliminieren. Jeder, der Gras will, soll es auf legalem Weg kaufen und konsumieren können. So sollen Kriminelle ausgebremst und der Konsum kontrolliert werden. Durch den Besuch sei man „einen großen Schritt vorangekommen“, sagt Etienne Schneider. Nun kümmert sich eine „Task Force“ mit Beamten aus mehreren Ministerien um das Dossier.

30 Gramm pro Konsument?

Die Arbeitsgruppe befindet sich noch in der sogenannten „Fact Finding“-Phase. Will heißen: Es wird untersucht, wie eine Gesetzgebung für Luxemburg aussehen könnte, was aus dem kanadischen Modell auf Luxemburg übertragbar ist, und was nicht.

Entschieden ist bereits, dass – anders als in Kanada – nur Einwohner Cannabis kaufen sollen können. „Die Menschen aus dem Ausland sollen sich nicht in Luxemburg mit Cannabis eindecken“, so Etienne Schneider. Wer an Nicht-Ansässige verkauft, macht sich strafbar. So will die Regierung gegen Drogentourismus vorgehen, das Geschäft mit Cannabis unter Kontrolle behalten …