Was, wenn man auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen kann? Dann wird Leihmutterschaft zu einer Option. In Luxemburg ist sie eigentlich verboten, eine klare Gesetzgebung lässt aber seit Jahren auf sich warten. Und auch die Positionen der Parteien klaffen bei diesem Thema weit auseinander.

Benoît* wird Vater. Alles, was ihm dazu noch fehlt, ist eine Mutter – beziehungsweise eine Leihmutter. Benoît ist homosexuell und alleinstehend, wünscht sich aber schon lange Kinder. „Ich wollte eigentlich schon immer Kinder haben“, sagt er. Dass das bei ihm nicht klappen sollte, wollte er nie so richtig glauben. Also hielt er an seinem Wunsch fest. Weil aber eine Leihmutterschaft in Luxemburg nicht möglich ist, entschied er sich vor gut einem Jahr für eine Leihmutterschaft in Kanada. Für die Prozeduren zahlt er rund 110.000 kanadische Dollar (etwa 72.000 Euro) – Eizelle und Leihmutter inklusive.

Vor ein paar Monaten wurde das „Projekt Kind“ dann für Benoît konkret. Mehrere Eizellen von Spenderin Danielle wurden in einem Krankenhaus in Kanada mit seinen Spermien befruchtet und wurden eingefroren. Nur für eine Frau, die sein Kind austragen soll, konnte er sich noch nicht entscheiden.

Ein paar Leihmütter wurden Benoît bereits von der kanadischen Agentur vorgeschlagen, mit der er zusammenarbeitet. Die richtige war aber noch nicht dabei. Doch erst, wenn Benoît eine Frau gefunden hat, kann die Prozedur weitergehen.

Dann wird eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter der Leihmutter gepflanzt. „Ich hoffe, dass es spätestens im November soweit sein wird“, sagt er. Läuft alles glatt, wird das Kind im Sommer 2019 geboren.

Es wäre ja ein Skandal, wenn ich mein eigenes Kind hier nicht anmelden könnte.“Benoît bekommt ein Kind per Leihmutterschaft

Die Agentur, die sich um die Leihmutterschaft in Kanada kümmert, hat Benoît auf einer Infoveranstaltung in Brüssel gefunden. Sie berät ihn, sucht ihm Mutter und Leihmutter aus und stellt ihm einen Anwalt für juristische Fragen und Prozeduren zur Verfügung. „Ich werde während des ganzen Prozesses begleitet, die Agentur erklärt mit die nächsten Schritte und worauf ich achten muss“, so der 35-Jährige.

Hoffen, dass das Kind anerkannt wird

Ein Kind zu bekommen ist ein spannender Prozess. Es über den Weg einer Leihmutterschaft zu bekommen, ist aber wohl noch aufregender – und vor allem rechtlich viel komplizierter. Doch Benoît hofft, dass nach der Geburt des Kindes bei den administrativen Prozeduren alles gut laufen wird. Über juristische Schwierigkeiten machte er sich bisher nur wenig Gedanken – oder wollte sich keine machen.