Luxemburg investierte knapp zwei Millionen Euro in eine autonome Solardrohne der Firma „Skydweller“. Doch der Prototyp stürzte im Mai während eines umstrittenen Manövers des US-Militärs ab. Die Hintergründe der Kooperation werfen jedoch weitere Fragen auf.
Es war der Traum eines grünen Militärs – nicht in khaki-grün, sondern in ökologisch-grün. „Dieses Projekt steht in vollem Einklang mit dem Bestreben der Luxemburger Verteidigungsdirektion, das Militär zu dekarbonisieren“, verkündete der damalige Verteidigungsminister François Bausch (Déi Gréng) 2022 an. Es ging um das Projekt einer autonomen, solarbetriebenen Drohne der spanisch-amerikanischen Start-up „Skydweller“. Luxemburg finanzierte den Transport des Prototypen von Spanien in die USA. Auf diese Zusammenarbeit folgte eine millionenschwere Investition des Verteidigungsministeriums in die Solardrohne. François Bausch war 2022 extra mit Presse ins spanische Albacete gereist, um das Projekt zu präsentieren.
Knapp vier Jahr später hat der Traum eine empfindliche Delle bekommen. Man könnte auch sagen, dass das Vorzeigeprojekt versenkt wurde. Denn die Drohne von Skydweller stürzte am 4. Mai über dem Golf von Mexiko ab und wurde komplett zerstört. Dazu gab es keine Pressemitteilung der Luxemburger Regierung.
Der Kontext des Unfalls ist bemerkenswert: Die Skydweller-Drohne nahm Teil an einem Manöver der US-Navy, das eine „sophisticated kill chain“ testete, um sogenannte „drug boats“ ins Visier zu nehmen. Die Luftschläge gegen angebliche „Narco-Terroristen“ in der Karibik würden gegen internationales Recht verstoßen und könnten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet werden. Das hielten die Vereinten Nationen diesen Monat in einem Bericht fest.
Wie Skydweller zum Vorzeigeprojekt wurde
Skydweller-CEO Robert Miller schwärmte Ende 2025 im Fernsehsender „Fox News“, wie bedeutend seine Drohne für die militärischen Fähigkeiten der USA im südchinesischen Meer, der „Südflanke“ und in Afrika sein werde. Europa erwähnte er mit keinem Wort, obwohl mehrere EU-Staaten und Unternehmen hohe Summen in seine Start-up investierten. Skydweller ist damit ein Sinnbild für die Dominanz der USA über die europäische Rüstungspolitik.
Dabei steckte von Beginn an europäische Technologie in der Solardrohne. Denn Skydweller kaufte 2019 das Flugzeug „Solar Impulse 2“, mit dem die Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard und André Borschberg 2016 die Welt umrundet hatten. In Luxemburg war Bertrand Piccard ein gern gesehener Gast. Nach der geschafften Weltumrundung transportierte die Luxemburger Frachtgesellschaft Cargolux „Solar Impulse 2“ von Abu Dhabi in die Schweiz …
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