Innerhalb von einem Jahr wurde der Betreiber der Webcam-Plattform „LiveJasmin“ zum zweiten Mal von der Luxemburger Medienaufsicht ALIA sanktioniert. Der Grund: Minderjährige seien nach wie vor unzureichend vor pornografischen Inhalten geschützt.
Man kann der Autorité luxembourgeoise indépendante de l’audiovisuelle (ALIA) nicht vorwerfen, sich gegen Lösungen zu sperren. So nahm die Luxemburger Medienaufsicht im November 2022 erstmals Kontakt mit dem Betreiber der Webcam-Plattform „LiveJasmin“ auf. Die Unternehmen „JWS Americas“ und „JWS International“ zeigten sich zunächst gesprächsbereit. Sie sollten der ALIA erklären, wie sie dafür sorgen wollen, dass Minderjährige über ihre Seite keinen Zugang zu pornografischem Material erhalten. Zu diesem Zeitpunkt bot die Webseite lediglich die Möglichkeit einer Selbstauskunft, bei der man seine Volljährigkeit bestätigt. Für die Medienaufsicht reichte dies allerdings nicht aus.
Im Gespräch war die Möglichkeit, die Seite mit einer Paywall zu versehen oder einen unabhängigen Dienstleister zu nutzen, der das Alter über den Personalausweis feststellt. Drei Jahre lang wurde diskutiert. Anders als von der ALIA gefordert führte der Betreiber allerdings nur in einigen EU-Staaten Alterskontrollen ein. In Italien, Spanien oder Belgien setzte er weiterhin auf eine Selbstauskunft. Im September 2025 wurden die beiden Unternehmen deshalb mit einer Strafe von 20.000 Euro belegt.
Wie schwierig die Regulierung von Online-Pornografie ist, zeigt sich in einer weiteren Entscheidung der ALIA. Denn die besagten Betreiber-Firmen wurden jetzt zum zweiten Mal für den gleichen Verstoß sanktioniert.
Jugendschutz nicht länderabhängig
Eigentlich sollte die Internetseite nach der Strafe im September 2025 zügig Mechanismen für eine zuverlässige Alterskontrolle in allen EU-Mitgliedstaaten einführen. Eigentlich. Denn wie sich nun zeigt, haben die Betreiber diese nur nach und nach in einigen Ländern umgesetzt. Während Luxemburg zu den ersten Ländern gehört, in denen eine Alterskontrolle durchgeführt wird, besteht sie in Österreich, Belgien, Spanien und den Niederlanden noch immer nicht. Und genau das wird den Betreibern nun erneut zum Verhängnis …
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