In Bonn stehen zwei Aktienhändler vor Gericht, die den deutschen Staat um hunderte Millionen Euro betrogen haben sollen. Einer der beiden Angeklagten nutzte Luxemburger Firmen für verdächtige Aktiendeals. Die niederländischen Behörden ermitteln – auch in Luxemburg.

9. Januar 2018: Ermittler durchsuchen zeitgleich Büros in Utrecht und in der Avenue Monterey in Luxemburg. Es geht um 45 Millionen Euro, die der niederländische Staat zurückfordert, wie die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete. Hintergrund ist der Verdacht auf Steuerbetrug.

Die Hausdurchsuchung bei „Teston Finance Sàrl“ in Luxemburg wurde aufgrund eines Rechtshilfeersuchens der niederländischen Staatsanwaltschaft in Zwolle durchgeführt, bestätigt ein Sprecher der luxemburgischen Justiz auf Nachfrage.

Was allerdings bisher unter dem Radar blieb sind die Hintermänner der Luxemburger Briefkastenfirma. Der Brite Martin S., der in Bonn vor Gericht steht, hält laut „Registre des bénéficaires effectifs“ 52 Prozent der Muttergesellschaft von Teston Finance. Zweiter Teilhaber ist der Neuseeländer Paul Mora, einer der Hauptdrahtzieher hinter dem Cum-Ex-Skandal …