Die Besteuerung von Gewinnen aus Immobiliengeschäften wird aktuell viel diskutiert. Eine neue Studie zeigt, dass Investmentfonds nicht nur Einfluss auf den Luxemburger Wohnungsmarkt haben, sondern auch in Berlin. Auch dort spielen die Spezialfonds „FIS“ eine Rolle.

Investoren nutzen die Luxemburger Gesellschaften und Steuerregeln, um auf Gewinne aus dem Berliner Immobilienmarkt fast keine Steuern zu zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des deutschen Europarlamentariers Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen). Luxemburg sei ein wichtiger Standort für Immobilieninvestoren, weil es die hiesigen Regeln erlauben würden, über Zinszahlungen auf konzerninternen Krediten Gewinne zu verlagern, so eine Schlussfolgerung der Studie.

„Solche Immobilieninvestoren schaden dem Gemeinwohl doppelt: Sie belasten Normalbürger*innen durch hohe Mieten und umgehen durch Steuervermeidung ihren Beitrag an die öffentliche Hand, von der sie vor Ort profitieren“, betonte Sven Giegold in einer Stellungnahme.

Die in der Studie aufgeführten Fallbeispiele zeigen, wie die Gewinne aus Berliner Immobilien nach Luxemburg fließen. Anschließend werden sie in mehreren Fällen in Offshore-Firmen auf den Kaiman-Inseln, den Kanalinsel Guernsey und Jersey oder den USA weitergeleitet. Dabei kommen teils hybride Modelle zum Einsatz, die unter Umständen zu einer doppelten Nichtbesteuerung führen …