Bei jedem Flug werden persönliche Daten der Passagiere an die Polizei gemeldet. Dazu arbeitet der Staat eng mit dem IT-Dienstleister Conztanz zusammen. Doch das Unternehmen will diese Informationen für kommerzielle Zwecke nutzen. Und das verstößt möglicherweise gegen den Datenschutz.

Wer gerade mit dem Flugzeug in den Urlaub reist, ist der Polizei bekannt. Die Airlines müssen seit 2018 Informationen zu den Passagieren wie etwa Name, Gepäck, Reiseziel und Mitreisende an die Behörden liefern. Ziel der sogenannten „Passenger Name Records“ (PNR) ist das Aufspüren von Terroristen.

Um die Plattform zu betreiben, die die Daten der Fluggesellschaften zusammenführt, kooperiert Luxemburgs Polizei mit dem französischen IT-Dienstleister Conztanz. Zu diesem Zweck gründeten die beiden Partner im vergangenen Mai ein „Groupement d’intérêt économique“. Das Ziel des Datensammelns soll mehr Sicherheit sein – sonst nichts.

Doch Conztanz wirbt parallel mit mehr: „Unleash your PNR data“. Die Analyse die Daten ermögliche es den Airlines, ihre Kunden besser an sich zu binden. Dieses Angebot von Conztanz kritisieren manche Politiker, darunter die niederländische Europaabgeordnete Sophia in’t Veld. „Die Begründung der Richtlinie war nie, dass diese Daten für zusätzliche kommerzielle Zwecke verwendet werden können“, sagte die liberale Politikerin im Interview mit „Radio 100,7“.

Die Intention sei wirtschaftlicher Gewinn, der auf Kosten der Grundrechte der Passagiere gehe, betont Sophia in’t Veld in einer Anfrage an die EU-Kommission. Über dieses Vorgehen des Geschäftspartners war der Minister für innere Sicherheit, François Bausch (déi Gréng), offenbar nicht informiert.

Möglicher Datenmissbrauch

„Die Daten enthalten einen immensen und einzigartigen Wert für Airlines … wenn sie die Mittel haben, sie zu nutzen“, wirbt Conztanz. Passenderweise bietet das Unternehmen mit Sitz an der Côte d’Azur die passende Plattform an – „zu einem sehr günstigen Preis“. Doch die rechtliche Grundlage dieser Nutzung wird mit keinem Wort erwähnt …