Die „Association des médecins et médecins-dentistes“ (AMMD) ist derzeit nicht bereit, die neue Vereinbarung mit der „Caisse nationale de santé“ (CNS) zu unterzeichnen, obwohl man sich auf einen Text geeinigt hat. Die Vereinigung erwartet sich zuerst ein Zeichen von der Regierung, dass sie auch gewillt ist, die gesundheitspolitischen Punkte aus dem Koalitionsabkommen umzusetzen. Darauf reagierte Ministerin Martine Deprez (CSV) jetzt im Parlament.

Zur Erinnerung: Die AMMD hatte Ende Oktober 2025 die bestehenden Vereinbarungen mit der CNS aufgekündigt, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Die Ärztevereinigung ist unzufrieden, dass CSV und DP die noch im Wahlkampf versprochenen und im Koalitionsabkommen festgehaltenen Reformen in der Gesundheitspolitik bisher nicht umgesetzt haben bzw. in ihren Augen keine Anstalten machen, das zu tun. Dabei geht es vor allem um die Auslagerung von kleineren, ambulanten Eingriffen aus den Krankenhäusern in die Arztpraxen sowie um eine Liberalisierung der „Tarification“.

Der Unmut der liberalen Mediziner richtet sich dabei vor allem gegen die Gesundheitsministerin, die zu allem Überfluss mit Philippe Wilmes gerade erst einen früheren Vizepräsidenten der AMMD für weitere 21 Monate suspendiert hat. Doch auch von Premier Luc Frieden (CSV) zeigen sie sich enttäuscht, wie AMMD-Präsident Chris Roller diese Woche in Interviews unter anderem bei „RTL“ und „Radio 100,7“ nochmals erklärte. Parallel warnten die Gewerkschaften OGBL und LCGB vor „einer Bombe für das Gesundheitssystem“.

Martine Deprez nahm am Dienstag im Rahmen einer Fragestunde Stellung zu dem Thema, nachdem Mars Di Bartolomeo (LSAP) eine entsprechende Frage an sie gerichtet hatte …