Sowohl bei den Gemeindewahlen als auch bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr wurde ein nicht unwesentlicher Anteil an Nichtwählern verzeichnet. Trotz Wahlpflicht gaben im Juni mehr als 76.000 von 329.246 eingetragenen Wählern keinen Stimmzettel ab, im Oktober waren es rund 37.000 von 286.739 Wahlberechtigten. Dennoch muss keiner von ihnen eine Strafe befürchten. Der Aufwand sei schlichtweg zu groß, wie Justizministerin Elisabeth Margue (CSV) auf eine parlamentarische Anfrage hin erklärt.

Theoretisch kann die Justiz genau zurückverfolgen, wer am 8. Oktober 2023 keinen Stimmzettel abgab. Die Staatsanwaltschaft erhält nämlich die Verzeichnisse aller Wahlbüros und kann diese mit den Listen der eingetragenen Wähler abgleichen. So weit die Theorie. In der Praxis gestaltet sich das Ganze jedoch sehr aufwändig: Diese Verzeichnisse würden nämlich alle Wähler, die keinen Stimmzettel abgegeben hätten, umfassen – einschließlich jener, die von Rechts wegen entschuldigt seien …