Wohnungsbauminister Henri Kox will die staatlichen Klimakredite für die Haussanierung reformieren. Der Grund für die Reform: Die staatlichen Hilfen wurden bisher kaum in Anspruch genommen. Deshalb soll nun vor allem die Vergabeprozedur vereinfacht werden.

Eigentlich sollten die Klimadarlehen der Regierung, Hauseigentümer bei der energetischen Sanierung ihrer Immobilien unterstützen. Die Idee hinter der staatlichen Unterstützung ist simpel: Wer sein Haus klimagerecht instand setzen will und dafür einen Kredit aufnimmt, bei dem übernimmt der Staat die Zinsen entweder ganz oder teilweise. Der Hausbesitzer muss dann nur noch für die eigentlichen Kosten der Arbeiten aufkommen. Das Klimadarlehen und die Klimabank gehen dabei zurück auf eine Forderung der DP und war ein wesentliches Element der liberalen Klimapolitik.

Das Problem an dem Programm ist nur: Es wurde bisher kaum genutzt. Dies bestätigte nun auch Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) im Entwurf zur Anpassung der Regelung. So wurde seit der Einführung im Jahr 2016 nur ein einziges zinsfreies Klimadarlehen bewilligt. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 26 Einträge eingereicht, von denen zwölf abgelehnt, zehn noch geprüft werden und drei mittlerweile zurückgezogen wurden.

Besser sieht es hingegen bei den Klimadarlehen mit einem reduzierten Zinssatz aus. Für diese Hilfe wurden binnen vier Jahren 201 Anträge gestellt, wovon allerdings mit 84 ebenfalls nur weniger als die Hälfte bewilligt wurden.

Zu kompliziert, wenig attraktiv

Die Bilanz des Wohnungsbauministeriums über das Klimadarlehen fällt entsprechend nüchtern aus: „L’échec du régime actuel est notamment dû à la complexité des démarches à accomplir ainsi qu’à la terminologie employée qui prête souvent à confusion.“ Es ist eine Feststellung, die besonders das zinsbefreite Darlehen betrifft. Denn um die staatliche Hilfe bewilligt zu bekommen, muss noch vor Baubeginn und bevor ein Kredit beantragt wird, die Bewilligung vom Wohnungsbauministerium eingeholt werden …