Auto, Fernseher, Urlaub: Wer sich etwas leisten will und nicht genügend Geld hat, nimmt einen Kredit auf. Banken helfen gerne und werben teils mit offensivem Marketing für Konsumkredite. Die Aufklärung der Verbraucher über die möglichen Folgen bleibt oft auf der Strecke.

„Es ist natürlich Marketing“, sagt Charles Pletsch von der BCEE. Wer auf der Webseite der Staatsbank surft, dem fällt zwangsläufig eine große Anzeige ins Auge: „Sie haben eine größere Ausgabe geplant? Profitieren Sie ab Heute und noch bis zum 21. Oktober von einem besonders günstigen Zinssatz!“ Das nächste Auto, eine neue Uhr oder ein hübsches Sofa – egal welcher Kauf ansteht, der Kunde soll es sich leisten können. Konsumkredit sei Dank. Seinen Kreditvertrag muss er oft gar nicht mehr in der Bankfiliale abschließen. Das geht auch online, gemütlich von zu Hause.

Ähnlich macht es die Konkurrenz der „Spuerkeess“. „Das passende Darlehen für alle Ihre Projekte“, heißt es auf der Internetseite der BIL, „Sie planen Renovierungsarbeiten, möchten Ihre Wohnung neu einrichten oder ein neues Auto kaufen?“, fragt etwa die Banque Raiffeisen. Die Banken werben nach dem Motto, dass Wünsche wahr werden können. Alles, was es dafür braucht, ist das nötige Kleingeld.

Wir wollen unseren Kunden auch innovative Features bieten. Es ist natürlich praktisch für sie, wenn sie ihren Kredit von der Couch aus anfragen können.“
Charles Pletsch, BCEE

Damit der Kunde ausrechnen kann, wie viel Geld er zu welchem Zinssatz für seinen Wunsch von seiner Bank bekommt, wird er immer gleich auf der Internetseite zu einem Simulator geleitet. Der Zinssatz variiert dabei in der Regel zwischen 2,5 und 3 Prozent – je nach Bank. Eine allgemein gültige Grenze, wie hoch der Zinssatz sein kann, gibt es laut Gesetz nicht …