Wie lässt sich wieder Schwung in den Luxemburger Immobilienmarkt bringen? Die Regierung hofft für das neue Jahr auf eine wirtschaftliche Erholung. Doch die Wirkung ihrer bis zum Sommer verlängerten Steueranreize hält sich bisher in Grenzen. Eine Analyse.

„Jetzt oder nie.“ Die Ansage von Claude Meisch (DP) war kategorisch. Wer nicht vor Jahresende von den staatlichen Hilfen beim Wohnungsbau profitiere, der habe seine Chance verpasst, so der Wohnungsbauminister Mitte November im Interview mit „RTL“. Eine Verlängerung der Hilfen bis ins neue Jahr schloss er dabei aus. Der Markt müsse wieder selbst in die Balance finden und auf eigenen Beinen stehen. Will heißen: ohne die Hilfe des Staates.

Nur einige Wochen später war daraus bereits reine Makulatur geworden. Denn am Nikolaustag verkündete Premierminister Luc Frieden (CSV) die Kehrtwende. Der Ministerrat habe beschlossen, die großzügigen Steuermaßnahmen bis Juli 2025 zu verlängern. Die Begründung: Der Neubausektor zeige Anzeichen einer Erholung. Für den Premier ein klares Zeichen, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. Und diese positive Tendenz wolle man nicht durch das Auslaufen der Hilfen ausbremsen.

Die andauernde Neubau-Krise

Worauf basiert diese Einschätzung? Er habe intensive Gespräche mit Branchenvertretern geführt, so Luc Friedens diffuse Antwort. Dabei zeichnen die offiziellen Zahlen ein differenziertes Bild. Die Verkäufe für Neubauwohnungen lagen laut dem „Observatoire de l’habitat“ im dritten Quartal 2024 immer noch viermal niedriger als in den Boomjahren 2021 oder 2022. Dabei muss man zwar berücksichtigen, dass diese Zahlen einen zeitverzögerten Eindruck des Marktes vermitteln, da zwischen Kaufdatum und Veröffentlichung der notariellen Urkunde, auf der die Statistik beruht, gerne mehrere Monate liegen. Und doch deuten die objektiven Daten nicht auf eine Erholung hin …