Aufgrund starker Preisnachlässe zeichnet sich eine Trendwende auf Luxemburgs Immobilienmarkt ab. Der Neubau kommt allerdings weiterhin nur schleppend voran – trotz großzügiger staatlicher Unterstützung. Die Gründe dafür liegen nicht nur beim Preis.

Einen Tag vor der Vorstellung des Haushalts gab es von der Regierung fast so etwas wie ein Eingeständnis. Auf die Lage auf dem Immobilienmarkt angesprochen, sagte Finanzminister Gilles Roth (CSV): „Da gesäit een och, datt nach e klenge Probleem ass um Niveau vun de VEFAen, dat heescht den Neibauten, a mir kucken dann zousätzlech zu deene provisoresche Moossnamen, déi bis d’Enn vum Joer gëllen, datt mir muer nach eng Annonce maachen, wéi ee kann notamment de Marché vun de VEFAen zousätzlech stimuléieren.“

Tags darauf verkündete derselbe Finanzminister, dass die steuerlichen Einschreibegebühren ein weiteres Mal gesenkt werden und dass der sogenannte „Bëllegen Akt“ auf einen Steuerfreibetrag von 40.000 Euro erhöht wird. Damit hat die Regierung schon fast ihre letzten fiskalischen Mittel zur „Stimulierung“ des Wohnungsmarkts genutzt. Wer nun bis zum Ende des Jahres eine Wohnung kauft, tut dies in vielen Fällen steuerfrei.

Mit der neuerlichen Ankündigung räumte die CSV-DP-Koalition aber gleichzeitig ein, dass sie es bisher nicht geschafft hatte, wieder Schwung in den Wohnungsmarkt zu bringen. Denn bereits zum Jahresbeginn hatte sie beim sogenannten „Logementsdësch“ eine Vielzahl von steuerlichen Maßnahmen verkündet, um dem Markt aus der Krise zu helfen. Das Maßnahmenpaket reicht von Zinssubventionen bei Darlehen über staatliche Garantien für Erstkäufer bis hin zu einer Geldprämie für Bürgerinnen und Bürger, die ihr Erspartes für den Immobilienkauf nutzen.

Preissenkungen per Steuergeld

Die Hilfen sind so breit gefächert, dass der Überblick mittlerweile selbst Insidern schwerfällt. Auch deshalb hat der Verband der Immobilienentwickler eine neue Informationsplattform ausgearbeitet. Auf der Webseite aides.lu können Nutzer demnach ausrechnen, wie viel sie durch die staatlichen Beihilfen beim Wohnungskauf einsparen können.

Wir können nicht immer nur nach dem Staat rufen oder nach den Banken. Wir müssen auch selbst etwas dafür tun, damit es wieder bergauf geht.“
Jean-Paul Scheuren, „Chambre Immobilière“

Übersichtlicher als die Hilfen an sich ist die beabsichtigte Wirkung: eine indirekte Preissenkung, bezahlt vom Steuerzahler. Die Logik scheint simpel: Indem die Transaktionskosten sinken, sollen die Verkaufspreise möglichst stabil bleiben. Offen sagen würde das in der Regierung aber wohl niemand. Stattdessen begründet die Koalition die Unterstützung mit dem Blick auf den Arbeitsmarkt. Ziel der Hilfen sei es vorrangig, die Angestellten im Bausektor in der Beschäftigung zu halten, so etwa Premierminister Luc Frieden (CSV) bei der Vorstellung des ersten Maßnahmenpakets im Januar.

Doch wirklich angekurbelt hat das Paket bisher nur den Markt an bestehenden Wohnungen. Im Vergleich zum Höhepunkt des Immobilienbooms 2022 sind die Preise in diesem Segment zwar um etwa 20 Prozent gefallen, doch die Aktivität hat seit Jahresbeginn wieder deutlich zugenommen …