Anfang März war ein SES-Satellit Ziel eines russischen Störsignals. Dabei wurden vor allem ukrainische Sender beeinträchtigt. Die Luxemburger Regierung meldete den Vorfall den Vereinten Nationen, schweigt aber zu diplomatischen Folgen.

Am 8. März 2024 vermeldete der ASTRA-4A-Satellit des Luxemburger Konzerns SES erstmals massive Störungen. Der Angriff war doppelt: Erstens sollte das Signal, das von der Bodenstation in Betzdorf an den Satelliten gesendet wird, durch ein Störsignal gestoppt werden. Ein zweites Signal versuchte, den Originalinhalt der Sendungen zu verändern.

„Das Störsignal folgte dem Zielsignal und beeinträchtigte zunächst einen Transponder, dann einen weiteren. Dies deutet wahrscheinlich darauf hin, dass die Störung vorsätzlich erfolgte“, so steht es in einem Bericht der „International Telecommunication Union“ (ITU), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf.

Solche Störungen verletzen internationales Recht. Neben Luxemburg meldeten auch Frankreich, die Niederlande und Schweden ähnliche Vorfälle. Insgesamt sechs europäische Satelliten sollen von den Attacken betroffen gewesen sein.

Störsignal von russischem Territorium

Das Pikante daran: Die Luxemburger Regierung meldete den Vereinten Nationen, dass sie beide Störsignale lokalisieren konnte. Der Herkunftsort sei auf dem Boden der Russischen Föderation oder der besetzten Halbinsel Krim identifiziert worden. Der anvisierte Transponder auf dem Satelliten übertrug vor allem ukrainische Fernseh- und Radiosender. Damit scheint klar, dass Russland durch diesen Eingriff Einfluss auf die Informationslage der ukrainischen Zivilbevölkerung nehmen wollte.

Die SES bestätigt die Vorfälle auf Anfrage von Reporter.lu: „Anfang des Jahres wurde ein SES-Satellit absichtlich von Russland aus mit Interferenzen gestört. Dies hatte Konsequenzen für die Uplinks des ASTRA-4A-Satelliten (die Signale, die von der Bodenstation zum Satelliten geschickt werden, Anm. der Redaktion). Einige Videokunden, die Inhalte nach Europa sendeten, waren von Ausfällen betroffen“, so der Satellitenbetreiber in seiner Stellungnahme …

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